Rollenspiel auf Gran Canaria
Ermittlungen gegen Fetisch-Parade im Naturschutzgebiet
28.10.2026 – 16:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Mitten in einem Naturschutzgebiet gehen Menschen mit Hundemasken ihrem Fetisch nach. Videos davon machen schnell die Runde. Es wird ermittelt.
Riesenärger auf Gran Canaria. Laut lokaler Medien hat der Inselrat Cabildo Ermittlungen gegen den Veranstalter einer als Gruppenspaziergang getarnten „Fetisch-Parade“ eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, ein sogenanntes „Puppy Play“ (englisch für Hunderollenspiel) im gesperrten Bereich der unter Naturschutz stehenden Dünen von Maspalomas durchgeführt zu haben. Ein Bußgeld von mehreren Hundert Euro droht.
Die Gruppe nahm Berichten zufolge an der Veranstaltung „Maspalomas Fetish Pride“ teil, die in den ersten beiden Oktoberwochen im Süden der Kanareninsel stattfand. Die Teilnehmer trugen hundeartige Masken, beschnüffelten sich und ahmten die Bewegungen von Hunden nach. „Die Szene erregte die Aufmerksamkeit der Menschen vor Ort und verbreitete sich kurz darauf über Videos in den sozialen Netzwerken“, schreibt das Nachrichtenportal „La Provincia“.
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„Es wäre gut, sie hart zu bestrafen“
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„Das Verfahren betrifft das Betreten eines gesperrten Bereichs des Naturschutzgebiets, nicht die Kleidung oder die mitgeführte Puppy-Pride-Flagge der Gruppe“, stellte der Cabildo laut „La Provincia“ klar.
Die Einheimischen sind sauer. Wie die mehr als hundert Kommentare unter dem Facebook-Post des Nachrichtenportals mit Sitz in Las Palmas zeigen, geht es ihnen vor allem darum, dass das Naturschutzgebiet nicht respektiert wird.
Adrian Perez schreibt: „Ich bin ein Unterstützer und respektiere, dass jeder so ist, wie er ist, und bestimmte Fetische und Geschmacksrichtungen mag. Aber das ist inakzeptabel. Solche Veranstaltungen dürfen an öffentlichen Orten nicht stattfinden. Noch weniger darf ein geschützter Ort, wie die Dünen von Maspalomas, zerstört werden.“
„Ich denke, es wäre gut, sie hart zu bestrafen, weil sie unsere Dünen zerstören“, schreibt Carmen Nuez. Eduardo Rodriguez kommentiert: „Leider halten viele Menschen unsere Insel und ihre Naturschutzgebiete wohl für einen Themenpark.“ Luiz Jimenez würde die Teilnehmer mit einer „öffentlichen Reinigung“ bestrafen. „Offenbar mögen sie es ja, auf dem Boden herumzurobben“. David Oriol Mogán spottet: „Vielleicht haben sie nur ihre Fäkalien in Plastikbeuteln aufgesammelt. Damit hätten sie sich wenigstens an die Regeln für Hundehalter gehalten.“

Was ist das Besondere an den Dünen?
Die Wanderdünen von Maspalomas im Süden von Gran Canaria sind ein rund 400 Hektar großes Naturschutzgebiet, das eine Miniaturwüste direkt am Atlantischen Ozean bildet. Die bis zu 15 Meter hohen Sandberge bestehen aus Muschelkalk, Korallen und Vulkangestein. Sie werden durch die stetigen Passatwinde und Meeresströmungen konstant geformt und bewegt.
Raúl García Brink, Umweltdezernent des Inselrats, erinnerte Einwohner und Touristen daran, dass die Dünen ein geschütztes Naturgebiet sind, das mit Überwachungskameras gesichert ist und in dem Regeln gelten. „Diese Beschränkungen gelten auch für alle, die Gruppenaktivitäten organisieren. Besucher sollten die Hinweistafeln beachten und die Beschränkungen bei Erkundungen im Schutzgebiet respektieren“, so Brink.















