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Düstere Geschichte

Naherholungsgebiet war früher eine Hinrichtungsstätte


07.11.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Naturschutzgebiet in Riddagshausen: Dazu gehört auch die Buchhorst. (Quelle: IMAGO/Norbert Neetz)

In einem beliebten Ausflugsgebiet bei Braunschweig stehen die Überreste eines alten Schießstands. Während der NS-Zeit wurde er zum Schauplatz von Hinrichtungen.

Elf massive Kugelfänge stehen noch heute in der Buchhorst bei Braunschweig. Die Betonbauten gehörten einst zu einem militärischen Schießstand. Was sich dort während der NS-Zeit abspielte, ist ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte: Mindestens 25 Menschen wurden an diesem Ort erschossen.

Der ehemalige Schießstand liegt in einem Waldgebiet nahe Riddagshausen, das heute als Naherholungsgebiet genutzt wird. Angelegt wurde der Schießübungsplatz bereits 1876 für die Braunschweiger Garnison. Während der NS-Zeit nutzte ihn die Wehrmacht nicht nur für Schießübungen, sondern auch als Hinrichtungsstätte.

Zahl der Getöteten nicht mehr zweifelsfrei festzustellen

Zwischen 1940 und 1945 wurden dort Soldaten und Zivilisten hingerichtet. Sie waren von der NS-Militärjustiz oder dem Volksgerichtshof unter anderem wegen Fahnenflucht oder Widerstands gegen das Regime zum Tode verurteilt worden. Die Erschießungen fanden im nördlichsten der erhaltenen Kugelfänge statt.

Zu den Opfern gehörten unter anderem die Soldaten Otto Kauffelt und Walter Siebert sowie die beiden Belgier Arnould van de Walle und Marcel Wastelain. Sie waren zuvor im Strafgefängnis Wolfenbüttel inhaftiert gewesen und wurden für ihre Hinrichtung in die Buchhorst gebracht.

Wie viele Menschen dort insgesamt getötet wurden, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung wurde ein Großteil der Akten noch vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen vernichtet.

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Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb der Schießstand zunächst in Betrieb. Polizei, Bundeswehr und Bundesgrenzschutz nutzten das Gelände noch bis 1962 für Schießübungen. Teile der ehemaligen Anlage wurden später gesprengt.

Buchhorst ist nun eine Gedenkstätte

Erst Jahrzehnte später entstand an dem historischen Ort eine Gedenkstätte. Im Jahr 2003 wurde sie nach einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig eingeweiht. Plexiglastafeln an den Kugelfängen erinnern an bekannte und unbekannte Opfer. Eine leere Tafel steht stellvertretend für jene Menschen, deren Identität bis heute ungeklärt ist.

Im Januar 2022 wurde zudem eine Informationsstele eingeweiht. Sie erläutert die Geschichte des ehemaligen Schießstands und erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Justiz. Die erhaltenen Betonbauten sind damit nicht nur Überreste einer früheren Militäranlage, sondern auch Zeugnisse der Verbrechen, die sich mitten im Braunschweiger Wald ereigneten.

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