Berlin-Friedrichshain
Polizeieinsatz in der Rigaer Straße: Besetztes Haus wird durchsucht
Aktualisiert am 28.08.2025 – 08:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein besetztes Wohnhaus in der Rigaer Straße 94 wird durchsucht. 700 Polizisten sind wegen der Maßnahme im Einsatz.
In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain durchsucht die Polizei am Donnerstagmorgen ein Haus. Grund dafür sind richterliche Durchsuchungsbeschlüsse, teilt die Behörde auf dem Kurznachrichtendienst X mit. „Im Rahmen des Schutzes privater Rechte ist das Ziel der Maßnahme, die aktuellen Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnungen zu identifizieren“, heißt es.
Bei dem Haus handelt es sich um das besetzte Wohnhaus in der Rigaer Straße 94. Es gilt als eines der letzten zum Teil besetzten Häuser in Berlin und als Hochburg für die linksextreme Szene. Um das Haus gibt es seit vielen Jahren einen Rechtsstreit.
Für die Dauer des Einsatzes bleibe die Rigaer Straße zwischen der Liebigstraße und der Proskauer Straße gesperrt, so die Polizei. Insgesamt 700 Einsatzkräfte seien im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, um die Maßnahmen zu sichern.
Um durch verbarrikadierte Eingänge und Türen zu kommen, habe die Polizei eine Ramme und Sägen eingesetzt. Technische Spezialkräfte seien dafür im Einsatz. Zunächst seien insgesamt zwölf Wohnungen durchsucht und 15 Menschen angetroffen worden. Die Bewohner dürften erst einmal im Haus bleiben.
Ein Polizeisprecher sagte, in der Stadt würden unter anderem auch das Landgericht und die Büros der Eigentümerfirma des Hauses gesichert. Spontane Proteste oder Gewaltausbrüche seien nicht auszuschließen. Bislang sei aber alles ruhig geblieben.
Der Eigentümer versucht seit langem, die aktuellen Bewohner mit Räumungsklagen aus dem Haus zu bekommen, weil sie nach seiner Einschätzung keine Mietverträge haben sollen. Zahlreiche Kündigungen wurden bereits vor Jahren ausgesprochen.
Frühere Bewohner mit Mietverträgen sollen dort schon lange nicht mehr wohnen. Der Hausbesitzer und die Polizei wurden im Laufe der Jahre häufig von den Bewohnern, die zum Teil in einem Verein organisiert sind, nicht in den Gebäudekomplex gelassen.
In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Polizeieinsätze am und im Haus. In der Straße wurden auch immer wieder Polizisten nachts mit Flaschen- oder Steinwürfen angegriffen. Zuletzt hatte sich die Lage aber eher beruhigt.















