Oktober 15, 2026 4:53 a.m. CEST

SPD-Politiker Schmidt bei „Lanz“

„Sowas ist einfach unanständig“


15.10.2026 – 03:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Foto zeigt Putin und Schröder eng beieinander. SPD-Politiker Wolfgang Schmidt hat eine klare Meinung und erkennt beim Altkanzler ein Motiv.

Warum verwendet Ex-Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt Jägersprache in Bezug auf Bärbel Bas? Das wollte Markus Lanz in der Nacht zum Donnerstag von dem SPD-Mann wissen. Nachdem Bas am Montag ihre Ämter als SPD-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin niedergelegt hatte, habe Schmidt gemutmaßt, sie sei „waidwund“ geschossen, so der Moderator. Was meint er damit?

Politiker seien Menschen mit unterschiedlichen Belastungsgrenzen, erklärte der Ex-Kanzleramtschef. Wenn man ständig das Gefühl habe, Angriffen ausgesetzt zu sein, könne jeder unterschiedlich viel aushalten.

Es habe viel Kritik an Bas gegeben, räumte Lanz ein, aber das sei eben Teil von Politik. „Das ist es“, stimmte Schmidt zu. Trotzdem gingen Menschen damit unterschiedlich um. Über die Äußerungen nach dem Bas-Rücktritt, erklärte der SPD-Mann: „Ich fand die Reaktion im Anschluss auch nicht immer nur glücklich.“ Er habe jedoch den Eindruck, dass alle zwischenzeitlich nachgedacht hätten und zu dem Schluss gekommen seien, dass es ein wenig zu viel war.

Die Gäste

  • Evan Gershkovich, US-Journalist
  • Wolfgang Schmidt (SPD), Ex-Kanzleramtschef

Vor allem Bas‘ Co-Vorsitzender Lars Klingbeil und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatten die Union nach dem Rücktritt der Parteichefin scharf für ihre Kritik an Bas kritisiert. Bundeskanzler Friedrich Merz habe sich mit verbalen Angriffen auf die Ex-Bundesarbeitsministerin „unanständig“ verhalten, erklärte Schwesig unter anderem. „So etwas gehört sich nicht“, hatte Klingbeil der Union über ihren Umgang mit Bas, die um ihre Stieftochter trauert, vorgeworfen.

Wolfgang Schmidt bei Lanz (Archivbild): Der SPD-Politiker kritsiert Gerhard Schröders Besuch beim Kremlherrscher Putin. (Quelle: IMAGO/teutopress GmbH/imago)

Schmidt mutmaßt über Schröder-Motiv

Schmidt erklärte die Spannung zwischen den Regierungspartnern damit, dass in lagerübergreifenden Koalitionen beide Seiten sich aufrieben, da sie ständig Kompromisse eingehen müssten. Für viele sei das extrem anstrengend, so der Ex-Kanzleramtschef. Lanz ließ diese Erklärung nicht gelten. Bei den öffentlichen Streitigkeiten gehe es nicht um Kompromisse, erklärte er. „Das ist richtig hartes Gezänk“, so der Moderator. Das sei das Ergebnis einer permanenten Auseinandersetzung in der Sache, entgegnete der SPD-Mann. Er werbe dafür, Entspannung in die Diskussion zu bringen und nicht jeden Streit zur Macht- und Charakterfrage zu eskalieren.

Lanz sprach mit Schmidt auch über ein anderes kontrovers diskutiertes SPD-Thema: die Verbindung zwischen Altkanzler Gerhard Schröder und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Beide hatten am 7. Oktober gemeinsam den 74. Geburtstag des Kremlchefs gefeiert. Ein Foto des Kremls zeigte sie lachend und dicht beieinanderstehend während eines Handschlags. „Wie kam sowas an in der SPD?“, wollte Lanz von Schmidt wissen. „Furchtbar!“, antwortete der. „Sowas ist einfach unanständig“, fügte er hinzu und erinnerte daran, dass der angestrebte Ausschluss Schröders aus der SPD aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung nicht gelungen sei.

Aktie.
Die mobile Version verlassen