Berlin (d.de, dpa) – Am Samstagabend gegen 22 Uhr ist am Rande der Feierlichkeiten zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast. Eine Frau wurde getötet. Sechzehn weitere Menschen wurden nach Angaben eines Sprechers der Berliner Polizei teilweise lebensgefährlich verletzt. Der Täter ist immer noch auf freiem Fuß, die Polizei hat bereits einen Tatverdächtigen identifiziert. Er ist der Polizei bekannt und soll Verbindungen zur islamistischen Szene haben. Der genaue Tathergang und das Motiv bleiben unklar.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den Anschlag als „abscheulich“ und „einen Angriff auf unsere Gesellschaft“. „Hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt feierten friedlich den Christopher Street Day. Sie wollten zeigen, dass wir freundlich und tolerant miteinander umgehen sollten. Wir sind aufgeschlossen und schätzen die Freiheit – und wir werden diese Werte weiterhin hochhalten und verteidigen. Dieses Verbrechen wird umfassend untersucht und mit allen Mitteln des Gesetzes strafrechtlich verfolgt. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Ich wünsche den Verletzten eine baldige Genesung und danke allen Rettungsdiensten.“
Der Berliner Christopher Street Day ist eine der größten Demonstrationen Europas für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Intersexuellen und Queeren. Schätzungsweise mehrere hunderttausend Menschen beteiligten sich am CSD 2026 unter dem Motto „Conviction is hot“ und demonstrierten für Vielfalt und gegen Anfeindungen gegenüber queeren Menschen. Der Vorfall ereignete sich gegen Ende eines zweitägigen Bühnenprogramms am Brandenburger Tor, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand.
