„Strukturelle Lösung“
Drei Investoren sollen Netzausbau in Deutschland vorantreiben
24.09.2025 – 15:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Tennet gehört zu den größten Netzbetreibern in Deutschland. Drei Staatsfonds wollen jetzt mit fast zehn Milliarden Euro in die Firma einsteigen.
Der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet hat für seine deutsche Tochter den milliardenschweren Einstieg neuer Investoren verkündet, die den Netzausbau entscheidend voranbringen sollen. Für eine Beteiligung an Tennet Deutschland sei eine Vereinbarung mit dem niederländischen Rentenfonds APG, dem norwegischen Staatsfonds NBIM und dem Staatsfonds GIC aus Singapur erzielt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Mit dem Einstieg der ausländischen Investoren werde der Eigenkapitalbedarf für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes von Tennet Deutschland für die kommenden Jahre gesichert.
Tennet T gehört dem niederländischen Staat. Der wollte die niederländischen Steuerzahler aber nicht mit den Kosten von rund 20 Milliarden Euro für den Netzausbau belasten und gab nun den Verkauf bekannt, ein Minderheitenanteil verbleibt beim niederländischen Staat. Eine komplette Übernahme durch den deutschen Staat scheiterte jedoch im vergangenen Jahr, weil das Geld fehlte. So geht das Stromnetz an ausländische Investoren.
„Wir freuen uns sehr, eine strukturelle Lösung für den Eigenkapitalbedarf von Tennet Germany gefunden zu haben, und ich sehe der Partnerschaft mit diesen hoch angesehenen Investoren erwartungsvoll entgegen“, erklärte Tennet-Vorstandschefin Manon van Beek. Zudem hob der niederländische Konzern hervor, den Fokus weiterhin „auf die Sicherung einer zuverlässigen, nachhaltigen und bezahlbaren Stromversorgung“ richten zu wollen.
Die Investorenvereinbarung bringt Den Haag und Berlin auf der Suche nach einer langfristigen Lösung einen Schritt weiter. Sie sieht konkret vor, dass die Investoren 46 Prozent an Tennet Deutschland erhalten und die restlichen 54 Prozent vorerst beim Mutterkonzern bleiben. Die Investoren steuern nach Unternehmensangaben bis zu 9,5 Milliarden Euro bei. Ein Abschluss der Transaktion ist demnach „für die erste Jahreshälfte 2026“ zu erwarten.
Zugleich wies Tennet darauf hin, dass der deutsche Staat Interesse an einer Minderheitsbeteiligung bekundet habe. Sowohl Tennet als auch der niederländische Staat hätten signalisiert, „dass sie dafür offen sind“. Dementsprechend beabsichtige Tennet, mit der staatlichen Förderbank KfW „zu gegebener Zeit Gespräche über eine mögliche Investition der KfW in Tennet Germany neben Tennet und den institutionellen Investoren aufzunehmen“.
