Wahlen
Drei Lehren aus den Kommunalwahlen in Niedersachsen
Aktualisiert am 14.09.2026 – 04:17 UhrLesedauer: 4 Min.
Mehr als sechs Millionen Menschen in Niedersachsen hatten die Wahl. Wer gewonnen und verloren hat – und welche Signale es nach Berlin gibt.
Die CDU bleibt in Niedersachsens Kommunen voraussichtlich die stärkste Kraft – vor der im Land regierenden SPD und einer stark gewachsenen AfD. Rund 6,3 Millionen Menschen im Nordwesten waren bei den Kommunalwahlen aufgerufen, ihre örtlichen Vertretungen sowie Bürgermeister und Landräte zu wählen.
Die CDU kommt dabei einer Hochrechnung von Infratest dimap im Auftrag des NDR zufolge auf Kreisebene auf 27,7 Prozent – das sind 4,0 Prozentpunkte weniger als 2021. Die SPD von Ministerpräsident Olaf Lies erhielt in der Hochrechnung 24,5 Prozent, sie sackte um 5,5 Prozentpunkte ab. Verluste müssen wohl auch die an der Landesregierung beteiligten Grünen hinnehmen – laut Hochrechnung kommen sie auf 13,6 Prozent und würden so 2,3 Prozentpunkte verlieren.
Klare Zugewinne gibt es dagegen für die AfD, sie könnte deutlich auf 16,5 Prozent zulegen, 11,9 Prozentpunkte mehr als 2021. Auch die Linke gewinnt hinzu, nach der Hochrechnung verbessert sie sich um 3,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Die FDP verliert 2,9 Prozentpunkte und sinkt auf 3,6 Prozent. Berücksichtigt wurden für die Hochrechnung die Ergebnisse der Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten, der Kreistagswahlen in den Landkreisen sowie der Wahl der Regionsversammlung in der Region Hannover.
Die offiziellen vorläufigen Kreisergebnisse soll es nach Angaben der Landeswahlleitung erst heute Morgen geben. Bei den Kommunalwahlen 2021 wurden sie um 8.20 Uhr bekanntgemacht.
Vor dem Hintergrund des AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt und der Krise beim für Niedersachsen so wichtigen Autokonzern Volkswagen stehen die Wahlen auch bundesweit im Blickpunkt – als Gradmesser für die Stimmung in einem westdeutschen Bundesland, bevor am Sonntag bereits die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin anstehen.
Drei Erkenntnisse aus den Wahlen in Niedersachsen:
Der Druck auf die Bundesregierung bleibt – Atempause für die CDU
Die CDU um Niedersachsens Landeschef Sebastian Lechner kann trotz Verlusten noch einiges Positives für sich verbuchen: eine absolute Mehrheit bei der Oberbürgermeisterwahl in der VW-Stadt Wolfsburg etwa mit Dennis Weilmann oder den Einzug in die Stichwahl für den Regionspräsidenten der Region Hannover mit Oliver Junk. Auch die seit 1981 währende Serie als stärkste Kraft bei den Kreiswahlen im Land wurde fortgesetzt. Die CDU kann durchatmen.
