Juli 26, 2026 12:18 p.m. CEST

50 Prozent weniger Beschwerden

Diese Bewegung hilft effektiv gegen Rückenschmerzen


26.07.2026 – 08:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Schmerzen im Kreuz: Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden der Deutschen.

Schmerzen im Kreuz: Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden der Deutschen. (Quelle: VioletaStoimenova/getty-images-bilder)

Rückenschmerzen sind weitverbreitet. Eine neue Studie liefert erstmals wissenschaftliche Belege dafür, dass Schwimmen eine wirksame Methode zur Linderung dieser Beschwerden sein kann.

Rückenschmerzen, insbesondere im unteren Rücken, betreffen einen Großteil der Bevölkerung. Laut einer Befragung des Robert Koch-Instituts leiden in Deutschland über 60 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal jährlich unter Rückenschmerzen. 15 Prozent berichten von chronischen Beschwerden.

Bewegung gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung. Doch Betroffenen ist nicht immer klar, welche Bewegung besonders geeignet ist. Und auch in der Fachwelt herrscht nicht immer Einigkeit. Für das häufig empfohlene Schwimmen etwa fehlte bislang ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis für dessen Wirkung. Ein australisches Forschungsteam hat diesen Nachweis nun erbracht und belegt den positiven Effekt von Schwimmen bei Schmerzen im unteren Rücken.

Schwimmprogramm mit drei Einheiten pro Woche

In der sogenannten EduSwim-Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Wirkung eines achtwöchigen Schwimmprogramms auf chronische Rückenschmerzen. 76 Erwachsene im Alter von 26 bis 74 Jahren, die seit mindestens zwölf Wochen unter Rückenschmerzen litten, nahmen an der Studie teil.

  • Akut oder chronisch: Was Rückenschmerzen verursacht und was hilft

Die Teilnehmer wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe absolvierte ein auf die eigene Fitness angepasstes Schwimmprogramm, begleitet von vier telemedizinischen Coachings durch Physiotherapeutinnen. Ziel war es, dass die Teilnehmenden bis zum Ende der Studie drei Schwimmeinheiten pro Woche von jeweils 30 bis 45 Minuten schafften. Die Vergleichsgruppe erhielt lediglich ein bis zwei Beratungssitzungen zum Umgang mit Rückenschmerzen, jedoch keine aktive Bewegungstherapie. Wie genau Sie Ihren Trainingsplan als Einsteiger aufbauen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Empfehlungen bei Schmerzen im unteren Rücken

In der Regel wird sanfte Bewegung empfohlen, etwa Spazierengehen, Schwimmen, Yoga oder auflockernde Übungen, da sie die Muskulatur stärken und Verspannungen lösen kann. Einseitige Belastungen sollten vermieden werden. Manche Menschen empfinden zudem Wärmeanwendungen oder Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen als wohltuend. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen können manchmal ebenfalls helfen. Sie werden aber nur für kurze Zeit empfohlen (maximal zwei Wochen).

Verbesserungen nach acht Wochen

Die Ergebnisse der Studie sind vielversprechend: Nach acht Wochen berichteten die Teilnehmer der Schwimmgruppe von deutlich weniger Einschränkungen und Schmerzen. Ihre Beschwerden verringerten sich um rund 50 Prozent gegenüber dem Ausgangswert. Auf einer verbreiteten Skala zur Beeinträchtigung schnitten sie im Schnitt 30 Prozent besser ab als die Vergleichsgruppe.

Auch andere Faktoren wie Angst vor Bewegungen und das Vertrauen in die eigene Belastbarkeit verbesserten sich. Die Studienautoren erklären, dass die beobachteten Effekte mit denen anderer, sehr effektiver Sportarten wie Pilates vergleichbar seien, die ebenfalls häufig bei Rückenschmerzen empfohlen werden.

Warum Schwimmen so gut wirkt

Die positiven Effekte des Schwimmens lassen sich durch die besonderen Eigenschaften des Wassers erklären. Seniorautor Mark Hancock erläutert in einer Pressemeldung: „Das Wasser verbessert die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer, während der Auftrieb Bewegungen erleichtert, die an Land schmerzhaft oder kaum möglich wären.“

Viele Teilnehmer berichteten zudem, dass ihnen das Schwimmen das Zutrauen gab, wieder aktiv zu werden. Einige blieben langfristig beim Schwimmen, andere wechselten zu anderen Sportarten.

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