„Nicht als Reaktion auf Kritik“
DWD führt neues Warnsystem ein
05.09.2026 – 15:15 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Herausgabe von amtlichen Warnungen ist eine der Hauptaufgaben des Deutschen Wetterdienstes. Nun kündigt der DWD ein neues Warnsystem an – und das soll sich ändern.
Als Regenmassen die Flutkatastrophe im Ahrtal auslösten, geriet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in die Kritik. Es hätte nicht genügend Warnungen gegeben, lautete damals der Vorwurf. Als im vergangenen Winter Sturmtief „Elli“ sich auf Deutschland zubewegte, prognostizierte der DWD schon frühzeitig einen starken Schneesturm. Zwei Tage lang herrschte in weiten Teilen Deutschlands Warnstufe Rot, die zweithöchste von vier Stufen des DWD.
Doch der Schneesturm fiel milder aus als erwartet. Die Meteorologen des DWD mussten sich wieder Kritik gefallen lassen. Dieses Mal hätten sie zu viel gewarnt. Jetzt stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) sein Warnsystem neu auf. RainBoW heißt es.
Die Abkürzung steht für „Risikobasierte, anwendungsorientierte, individualisierbare Bereitstellung optimierter Warninformationen“. Im ersten Schritt ändert der Wetterdienst die Warnstufen und die Darstellung seiner Warnungen. Statt je nach Wetterlage bis zu vier Stufen soll es künftig einheitlich drei geben – unabhängig davon, ob vor Wind, Regen oder Hitze gewarnt wird. Warnstufe 3 ist dann die höchste Stufe und weist auf extreme Wettergefahren hin.
- Wetterlexikon: So ermittelt der DWD die gefühlte Temperatur
Höhere Schwellen sollen Überwarnung vermeiden
Gleichzeitig verändert der Wetterdienst teilweise die Schwellenwerte, ab denen eine Warnung ausgelöst wird. Diese sollen in einigen Fällen höher liegen als bisher. Damit will der DWD vermeiden, zu häufig zu warnen.
Auch die Warntexte selbst sollen sich verändern. Statt vieler Einzelheiten zur Wettersituation setzt der DWD künftig auf kürzere Überschriften und Stichpunkte. Meteorologische Details sollen nur noch enthalten sein, wenn sie notwendig sind. Die Informationen sollen für die Bevölkerung dadurch schneller zu erfassen und leichter verständlich sein.
Das neue Gewitter-Warnsystem des DWD
Eine weitere Änderung betrifft Gewitter. Sie können sich schnell entwickeln, kleine Gebiete treffen und sich ebenso rasch wieder auflösen. Deshalb wurden entsprechende Warnungen bislang häufig erst kurzfristig ausgegeben. Mit dem neuen System will der DWD mehr Vorlauf schaffen.
Die neue Gewitterwarnung soll bereits ausgegeben werden, wenn sich in den Vorhersagemodellen Hinweise auf ein Gewitter erkennen lassen. Damit erhalten Betroffene früher Informationen über eine mögliche Gefahr.
