Ausflugstipp ab Aachen
Gruselgeschichten: Dieses Eifel Dorf zieht Geisterjäger an
Aktualisiert am 21.10.2026 – 09:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Nur noch wenige Häuser erinnern an ein ehemaliges Dorf in der Eifel. Abenteurer und Geisterjäger interessiert der kleine Ort aber brennend.
Der Ort Wollseifen bei Aachen ist besonders. So besonder, dass die deutschen Behörden dafür sogar einen eigenen Begriff haben. Auf Landkarten wird der Ort als „Wüstung“ bezeichnet – Beamtendeutsch für verlassene Orte. Wer den sogenannten Lost Place auf der Dreiborner Hochfläche besuchen möchte, fährt von Aachen aus eine ganze Weile durch Niemandsland.
Wer versucht, mit dem Auto dort hinzukommen, ist wenig erfolgreich. Denn es gibt nicht mal einen Parkplatz. Den Ort kann man aber zu Fuß oder mit dem Rad erreichen, sogar Kutschfahrten sind dorthin über den Traditions- und Förderverein Wollseifen möglich. Startpunkt ist die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang. Diese spielt in der Geschichte von Wollseifen eine große Rolle.

Die Ordensburg wurde in den 1930er-Jahren als Ausbildungsstätte für den Nachwuchs der NSDAP errichtet. Dort sollten die jungen Männer durch spezielle körperliche Übungen und Unterricht zur Parteielite geformt werden. Die rund 100 Hektar große Anlage ist eine der größten baulichen Relikte des Nationalsozialismus in Deutschland.
Doch 1946, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Gelände von britischen Streitkräften beschlagnahmt und zum Truppenübungsplatz umfunktioniert. Die Bewohner von Wollseifen wurden deswegen gezwungen, ihr Dorf innerhalb von drei Wochen zu räumen. Sie empfanden das als Vertreibung.
Bewohner mussten das Dorf verlassen
Zwar hat der Staat in den 1950er-Jahren den ehemaligen Bewohnern Wollseifens ihre ehemaligen Grundstücke abgekauft, doch versöhnt hat das die Wollseifener nicht. Denn ihrer Auffassung nach waren die Entschädigungen viel zu gering ausgefallen. Noch viele Jahre kämpften sie vergeblich um eine angemessene Entlohnung.

In den Jahren nach der Räumung verfiel Wollseifen. Dohlen siedelten sich im Kirchturm an, Eulen nisteten in den Ruinen, Unkraut breitete sich aus. Die Natur nahm sich den Ort zurück und er machte sich einen Namen als Geisterdorf.
In der Eifel erzählt man sich bis heute Geschichten über nächtliche Rückkehrer, die in den Ruinen nach Erinnerungsstücken suchen. Nach Sonnenuntergang spuken die Geister der vertriebenen Bewohner dort, heißt es in einigen Erzählungen. Denn die Seelen können einfach nicht zur Ruhe finden.
Das verlassene Dorf ist kein Geheimtipp mehr
Doch wer das Dorf besuchen will, um die Verlassenheit auf sich wirken zu lassen, sollte trotzdem auf die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden setzen. Denn das Dorf ist längst als Lost Place bekannt. An Wochenenden und zu Ferienzeiten kann man dort tagsüber auf Touristen aus der ganzen Welt treffen.















