Import von Öl und Gas
Wie Frankreich Putins Kriegskasse füllt
Aktualisiert am 19.10.2026 – 12:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Einzelne EU-Staaten beziehen weiterhin große Mengen an fossilen Brennstoffen aus Russland. Sanktionen werden dabei teilweise umgangen.
Nach Außen präsentiert sich die EU als entschiedener Gegner Russlands. Die Europäische Union solidarisiert sich mit der Ukraine, zahlreiche Staaten unterstützen das von Russland angegriffene Land militärisch. Zu Russland selbst vermeidet man dagegen Kontakt, stattdessen erlässt man immer wieder Sanktionen. Mittlerweile wurden 21 Sanktionspakete erlassen.
In der Realität zeigt sich allerdings, dass diese klare Abgrenzung nicht immer eingehalten wird – insbesondere beim Import fossiler Brennstoffe aus Russland. Obwohl die EU kurzfristige Verträge für die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) und Pipelinegas bereits verboten hat und im kommenden Jahr auch langfristige Verträge verboten werden, bleibt Russland für manche Länder noch ein wichtiger Lieferant. Auch das bereits bestehende Verbot für Produkte aus russischem Rohöl wird offenbar nicht immer eingehalten.
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Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) für den Monat September zeigen dabei, dass neben den lange mit Russland verbündeten EU-Mitgliedern Ungarn, Slowakei und Bulgarien insbesondere auch Frankreich und die Niederlande weiterhin Energie aus Russland beziehen. Die EU tritt hier also keineswegs konsequent auf.
Wenig überraschend ist, dass China unangefochtener Spitzenreiter beim Import fossiler Brennstoffe aus Russland ist. Dahinter folgt Indien, das vor allem Rohöl und Kohle aus China bezieht. Als Nächstes kommt die EU, die vor der Türkei auf Rang drei liegt. Bei den Importen von LNG und Pipelinegas ist die EU sogar führend.
Allein die fünf größten Importeure aus der EU zahlten im September insgesamt 1,6 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe aus Russland.
Frankreich importiert im großen Stil
Insbesondere beim Flüssigerdgas ist eine spezielle Entwicklung zu beobachten, schließlich stiegen die Importe im Vergleich zum Vormonat um 60 Prozent an. 615 Millionen Euro bekam Russland dafür aus EU-Ländern.
Vor allem Frankreich im großen Stil ein und erhielt LNG im Wert von 446 Millionen Euro aus Russland, ein Anstieg im Vergleich zum Vormonat um 103 Prozent. Insgesamt handelte es sich um acht Lieferungen. Den Niederlanden lieferte Russland zwei LNG-Ladungen für 116 Millionen Euro. Ferner wurde auch Portugal mit Flüssiggas beliefert. Anders macht es Spanien: Das Land erhielt im September erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs keine LNG-Lieferung mehr.

Noch mehr Geld überwiesen die EU-Staaten derweil für Pipelinegas: 817 Millionen Euro, vor allem aus Ungarn, der Slowakei und Bulgarien. Rohöl machte die restlichen 17 Prozent aus, die vollständig über die Druschba-Pipeline in die Slowakei und nach Ungarn transportiert wurden.












