Schwere Schäden möglich
Sonnenfinsternis fotografieren: Diese Fehler schaden Augen und Kamera
Aktualisiert am 30.07.2026 – 11:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Am 12. August wird eine partielle Sonnenfinsternis den Himmel über Deutschland verdunkeln. Wer das fotografieren möchte, sollte das nicht mit dem Smartphone tun.
Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, wird der Himmel merklich dunkler. Doch Vorsicht: Auch wenn die Sonne während einer partiellen Sonnenfinsternis deutlich abgeschwächt erscheint, geht von ihr weiterhin eine erhebliche Gefahr für Augen und Kameras aus. Wer das Himmelsspektakel beobachten oder fotografieren möchte, sollte deshalb einige wichtige Regeln beachten.
Niemals ungeschützt in die Sonne schauen
Auch während einer Sonnenfinsternis ist das direkte Betrachten der Sonne ohne geeigneten Schutz gefährlich. Die verbleibende Sonnensichel strahlt noch immer so intensiv, dass die Netzhaut dauerhaft geschädigt werden kann. Deshalb dürfen Beobachter ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen verwenden. Normale Sonnenbrillen oder selbst getönte Gläser bieten keinen ausreichenden Schutz.
Die scheinbar geringere Helligkeit trügt
Die reduzierte Helligkeit ist besonders tückisch. Weil die Sonne weniger blendet, fällt der natürliche Schutzreflex des Auges schwächer aus. Viele Menschen unterschätzen deshalb die Gefahr und schauen länger direkt in die Sonne – mit dem Risiko schwerer Augenschäden.
Auch Kameras benötigen einen geeigneten Filter
Nicht nur die Augen, sondern auch Kameras können beschädigt werden. Die konzentrierte Sonneneinstrahlung kann Sensoren, Verschlüsse oder Sucher in Mitleidenschaft ziehen.
Deshalb gehört vor das Objektiv ein spezieller Sonnenfilter, etwa eine AstroSolar-Filterfolie mit optischer Dichte ND5 oder ein hochwertiger Sonnenfilter für Fotoobjektive. Gewöhnliche Graufilter oder Neutraldichtefilter sind dafür nicht geeignet, sofern sie nicht ausdrücklich für die Sonnenbeobachtung zugelassen sind.
Mit Teleobjektiv und Stativ fotografieren
Je länger die Brennweite, desto größer erscheint die Sonne auf dem Bild. Für detailreiche Aufnahmen empfiehlt sich ein Teleobjektiv ab etwa 400 Millimetern Brennweite. Da sich mit langen Brennweiten selbst kleinste Bewegungen bemerkbar machen, sollte die Kamera auf einem stabilen Stativ stehen.
Feste Einstellungen für Belichtungszeit oder Blende gibt es nicht. Je nach Kamera, Filter und Wetterbedingungen sind einige Testaufnahmen sinnvoll. Fotografiert werden sollte möglichst im RAW-Format, um später mehr Spielraum bei der Bildbearbeitung zu haben.
- Partielle Sonnenfinsternis: Wann Sie das Himmelsspektakel beobachten können
- Sonnenfinsternis: So schützen Sie Ihre Augen
Vorsicht bei optischen Suchern
Wer eine Spiegelreflexkamera mit optischem Sucher verwendet, sollte niemals ohne geeigneten Sonnenfilter durch den Sucher direkt auf die Sonne blicken. Die gebündelte Strahlung kann das Auge innerhalb kürzester Zeit schädigen. Elektronische Sucher und Live-View-Modi sind in Verbindung mit einem geeigneten Sonnenfilter die sicherere Wahl.
Niedrige ISO-Werte liefern die beste Qualität
Da die Sonne sehr hell ist, reichen niedrige ISO-Werte meist aus. ISO 100 oder ISO 200 sorgen in der Regel für das geringste Bildrauschen und die höchste Bildqualität. Die passende Belichtungszeit hängt von Kamera, Objektiv und verwendetem Sonnenfilter ab.













