„Unsägliches Niveau“
Das treibt die Baukosten in die Höhe
17.07.2026Lesedauer: 3 Min.

Eigentlich hatte die Bauministerin versprochen, die Baukosten deutlich zu senken – doch sie sind noch immer auf einem hohen Niveau. Eine Auswertung zeigt nun, welche Faktoren die Preise in die Höhe treiben.
Bauen ist in Deutschland sehr teuer – und die zuständige Ministerin Verena Hubertz (SPD) ist mit dem Versprechen angetreten, das zu ändern. Sie wolle die Baukosten halbieren, hatte sie zum Beginn ihrer Amtszeit angekündigt. Doch das Ziel liegt in weiter Ferne.
Die Baukosten seien auf ein „unsägliches Niveau“ gestiegen, sagte Hubertz kürzlich. Die SPD-Politikerin hat deswegen im Juni einen Aktionsplan zur Senkung der Baukosten mit 13 Vorhaben vorgelegt. Dieser zielt auf mehr Digitalisierung, einfache Bauweisen, schnellere Prozesse und Förderprogramme, die für Bauherren leichter durchschaubar sein sollen. Hubertz betonte die Dringlichkeit: „Es geht darum, dafür zu sorgen, dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert werden.“
Doch von den Linken kommt nun Kritik: Der Plan gehe die Ursachen für die hohen Baukosten nur unzureichend an, weil er unter anderem die Entwicklung der Bodenpreise außer Acht lasse. Die baupolitische Sprecherin Katalin Gennburg hat deswegen bei der Bundesregierung nachgefragt, in welchem Umfang Baulandpreise, aber auch Baustoffe und Lohnkosten am Bau gestiegen sind. Die Antworten der Bundesregierung, die t-online exklusiv vorliegen, zeigen teils erhebliche Kostensteigerungen. Ein Überblick:
Baulandpreise
Dieser Faktor ist regional stark unterschiedlich ausgeprägt, doch die deutschlandweite Tendenz zeigt steil nach oben: Die Preise für Bauland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Kostete ein Quadratmeter 2021 noch rund 244 Euro, waren es 2024 schon 283 Euro. Das Bauministerium weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Baulandstatistik methodisch neu konzipiert wurde, sodass die Werte ab 2021 nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar sind.

Baustoffe
Auch die Preise für Baumaterialien sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der am häufigsten verwendete Baustoff für Wohngebäude in Deutschland ist der Ziegel, gefolgt von Porenbeton und Holz. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Preise für verschiedene Baumaterialien. In den vergangenen zehn Jahren sind diese bei allen Materialgruppen stark gestiegen. Die Werte sind indexiert und zeigen die Veränderungen zum Jahr 2021:















