Urteil könnte bald fallen
Fall Fabian geht in die nächste Runde
Aktualisiert am 05.08.2026 – 12:01 UhrLesedauer: 4 Min.
Seit Ende April läuft der Mordprozess im Fall Fabian. Nun geht die Verhandlung in die finale Phase.
Nach vierwöchiger Unterbrechung geht der Mordprozess im Fall des getöteten achtjährigen Fabian in dieser Woche vor dem Landgericht Rostock weiter. Auch am Donnerstag, dem 20. Verhandlungstag, ist das Zeugenprogramm voll gepackt.
Der Prozess stößt seit seinem Beginn am 28. April auf großes Interesse in der Öffentlichkeit. Der Zuschauersaal ist oft bis auf den letzten Platz besetzt und die Medienpräsenz ungebrochen groß.
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Die Angeklagte ist 30 Jahre alt und wurde bereits 19 Mal in Fußfesseln in den großen Gerichtssaal Saal 2.002 geführt. Es sind immer die gleichen Szenen: Justizbeamte führen die Frau wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn zu ihrem Platz zwischen ihren Anwälten Thomas Löcker und Andreas Ohm. Sie hält sich einen roten Aktendeckel vor das Gesicht. Wenn Richter Holger Schütt die Kameras vor die Tür schickt, werden die Fußfesseln abgenommen.
Fabians Vater glaubt an die Unschuld von Gina H.
Die Staatsanwaltschaft hält sie für die Mörderin von Fabian und wirft ihr vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Bislang schweigt die Frau. Dennoch war ihre Stimme an fast jedem Prozesstag zu hören, denn die Kammer spielte Sprachnachrichten, abgehörte Telefongespräche und Videoaufnahmen aus der JVA ab, wo sie seit 7. November vorigen Jahres in Untersuchungshaft sitzt.
Oft schickte sie im Minutentakt Sprachnachrichten an Fabians Vater, mit dem sie bis August 2025 eine vierjährige Beziehung führte. In den Chats ging es um Liebe, Trennung, Vorwürfe der Lüge und Eifersucht. Die Frau war auch auf die materielle Hilfe von Fabians Vater angewiesen, denn sie hat fünf Pferde.

Wegen Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptom bezieht sie seit Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Ihre Verteidiger kündigten vor der Sommerpause an, dass sie sich äußern werde. Als Termin wurde der 24. August reserviert.
Fabians Vater sagte als Zeuge am 30. April und am 5. Mai rund eineinhalb Tage aus. Dabei ging es auch um die Beziehung zwischen ihm und der Angeklagten. Nach der Trennung im vorigen August sind die beiden wieder ein Paar. Er besucht sie in der JVA, kümmert sich täglich um die Pferde und war zuletzt auch als Zuschauer im Gerichtssaal. Vor Gericht hatte Fabians Vater gesagt, er glaube an die Unschuld der Angeklagten.














