September 12, 2026 10:49 a.m. CEST

Von Anstich bis Zapfenstreich

Ist eine Reservierung auf dem Oktoberfest möglich?


Aktualisiert am 19.09.2025 – 11:20 UhrLesedauer: 4 Min.

Oktoberfest: Das größte Volksfest hat seine ganz eigenen Regeln und Eigenarten. (Quelle: Deklofenak/getty-images-bilder)

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Noagerl? Gspusi? Italiener-Wochenende? Das Oktoberfest in München ist eine eigene Welt – mit spezieller Sprache und eigenen Gebräuchen. Wissen rund um die Wiesn von A bis Z.

Das Oktoberfest beginnt mit dem Anstich. Aber wann ist Zapfenstreich? Ein Wiesn-ABC – zum 190. Münchner Oktoberfest vom 20. September bis 5. Oktober 2025:

Um Punkt 12.00 Uhr sticht der Münchner Oberbürgermeister am ersten Wiesn-Samstag in der Anzapfboxe im Schottenhamel-Zelt das erste Fass an und ruft: „O’zapft is!“

Bilden eine Art Corporate Identity des Festes. Kein Wiesn-Plakat kommt ohne Bilder von Brezn und Bierkrügen aus.

Ein Hotspot ist während des Festes der Campingplatz in Thalkirchen. Vorzugsweise Australier leben dort in Zelten. In Campern kommen die Italiener, sie parken gern nah am Festgelände.

Gibt es billig rund ums Festgelände. Mit Landhausmode hatte der Trachtenhype begonnen und über untraditionelle Minidirndl zuletzt zu einem etwas gehobeneren Stil geführt. Insider meinen allerdings: Die Pracht der Tracht verblasst langsam wieder.

Wagenladungen davon werden verzehrt. 210 Ochsen, 70.000 Schweinshaxen, 500.000 Hendl, Tausende Bratwürste – auch vegan – und mehrere Tonnen gebrannte Mandeln werden wohl in diesem Jahr verspeist.

Flirten gehört zur Wiesn wie Brezn, Bier und Blasmusik.

Klappt es mit dem Flirten, hat man – für mindestens einen Abend – ein Gspusi.

Im Winter fahren Kinder mit dem Schlitten hinunter, zur Wiesn-Zeit geht es auf dem Hügel hinter den Zelten nicht gerade jugendfrei zu. Paare kommen sich näher, Wiesn-Gäste erleichtern ihre Blase oder ihren Magen, manche schlafen dort ihren Rausch aus. Mit verstärkten Kontrollen ist hier allerdings mehr Ordnung eingekehrt.

Das mittlere der drei Wiesn-Wochenenden gilt traditionell als besucherstärkstes – und Zehntausende italienische Gäste tragen ihren Teil dazu bei.

Er brandet auf, wenn der Oberbürgermeister das erste Fass angezapft hat und das Bier endlich in Strömen fließt.

Hier knutschten die Effenbergs, und zum traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern bringen die Spieler ihre Frauen mit. Das nach der Wirtsfamilie Käfer benannte Zelt am Ende der Bierstraße ist nobel und das Promi-Zelt Nummer eins.

Spatzl, Mausi oder der schlichte „Gruß vom Oktoberfest“ – wer ohne Lebkuchenherz von der Wiesn nach Hause geht, ist selbst schuld.

Die Maß ist weiblich und sie wird mit kurzem a und scharfem s gesprochen. Wer „ein Maaaß Bier“ bestellt, outet sich sofort als Zugroaster. Dieses Jahr werden 7.800.000
und mehr Liter Bier werden auf der Wiesn.

Der unappetitliche Rest in der Maß heißt Noagerl und teilt die Welt in drei Typen von Trinkern: Die, die auf den letzten Schluck verzichten, die, die ihn trinken, und die, die ihn gleich in die nächste Maß kippen.

Kompliziert. Ab 9.00 Uhr dürfen Gäste aufs Festgelände. Der Bierausschank beginnt an Wochenenden um 9.00, unter der Woche um 10.00 Uhr. Fahrgeschäfte machen um 10 Uhr auf. Schluss mit Musik und Bier ist je nach Zelt zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr, bei den Schaustellern endet der Betrieb zwischen 23.30 und 24.00 Uhr.

Es ist der Wiesn-Gassenhauer schlechthin. Wenn er ertönt, heißt es: Hoch die Krüge und gsuffa.

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