Bundestrainer-Ära beginnt
So baut er Deutschland um
Aktualisiert am 18.09.2026 – 13:04 UhrLesedauer: 4 Min.
Jürgen Klopp startet mit einem ungewöhnlichen Experiment als Bundestrainer. 44 Spieler, zwei Kader – und eine klare Botschaft an die DFB-Elf.
Die Erwartungen an Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp könnten größer kaum sein. Der 59-Jährige soll nichts Geringeres erreichen, als die deutsche Nationalmannschaft aus ihrer sportlichen Lethargie zu holen. Dafür wählt Klopp bislang eher ungewöhnliche Mittel. Über 50 Spieler sollen sich auf seiner Liste potenzieller Kandidaten befinden, für die anstehende Länderspielphase hat er glatt einmal 44 Profis für zwei fast gänzlich unterschiedliche Kader nominiert.
Die Nominierungen sagen schon einiges darüber aus, in welche Richtung sich die DFB-Elf spielerisch entwickeln soll. Natürlich bleibt ein gewisses Gerüst rund um die etablierten Nationalspieler Joshua Kimmich, Florian Wirtz und Serge Gnabry bestehen. Bei aller Experimentierfreude Klopps führt an einigen Spielern kein Weg vorbei. Jedoch werden sie nicht zusammen zum Einsatz kommen. Kimmich, Gnabry sowie Jamal Musiala und Kai Havertz sind bei den Partien in den Niederlanden und gegen Griechenland dabei. Wirtz und Aleksandar Pavlović zusammen mit einigen Neulingen kommen gegen Serbien und in Griechenland zum Einsatz.
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Das heißt aber auch, die bestmögliche DFB-Elf, die es im Moment geben könnte, wird fürs Erste nicht zu sehen sein. Stattdessen möchte Klopp zum einen erkennen, wer sich wirklich beweisen kann und der Herausforderung Nationalmannschaft gewachsen ist. Zum anderen geht es um die Etablierung einer neuen Spielidee. Vorgänger Julian Nagelsmann hatte gerade zum Ende seiner Amtszeit auf Biegen und Brechen versucht, mögliche Schwächen im deutschen Kader zu kaschieren. Er verkomplizierte damit aber seinen Fußball enorm und konnte womöglich auch nicht jeden Spieler gedanklich mitnehmen.
Weniger Manndeckung als in der Bundesliga
Klopps Fußball ist per se nicht simpel, aber er versteht es zumeist besser, seine Ideen zu vermitteln. Da wäre zum einen das ballorientierte und aggressive Verteidigen. Der 59-Jährige möchte seit jeher Überzahl in Ballnähe schaffen. Das erfordert viel Laufaufwand, weshalb junge Kader, die einen Altersdurchschnitt von rund 25 oder 24 Jahren haben, durchaus Sinn ergeben.
Spannend wird jedoch sein, inwieweit jeder berufene Bundesliga-Kicker diese defensive Ausrichtung umsetzen kann. Bei einigen Teams im deutschen Oberhaus wird sehr mannorientiert verteidigt. Die TSG Hoffenheim, von welcher Bambasé Conté dabei ist, oder auch der VfB Stuttgart, vertreten durch Finn Jeltsch, Maxi Mittelstädt, Josha Vagnoman und Chris Führich, sind Beispiele aus der Bundesliga.















