Engpass wegen hoher Nachfrage
Österreich: Tankriese meldet leere Zapfsäulen
Aktualisiert am 08.09.2026 – 11:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Ausgerechnet im Spritparadies versiegt das Benzin an den Zapfsäulen. Die erste Tankstelle meldet: Nichts geht mehr. Was hinter dem plötzlichen Engpass steckt.
An einer BP-Tankstelle im vorarlbergischen Hohenems (Österreich) war Super 95 am Sonntag vorübergehend nicht erhältlich. Das Unternehmen bestätigte den Engpass. An den Zapfsäulen war zu lesen: „Aufgrund regionaler Versorgungsengpässe ist dieses Produkt vorübergehend nicht verfügbar.“ Der Preis für Super 95 lag zu diesem Zeitpunkt bei 1,939 Euro pro Liter.
Seit Montagmorgen um 6 Uhr seien wieder alle Produkte verfügbar, wie die „Schwäbische Zeitung“ berichtet.
BP nennt hohe Nachfrage als Grund
Als Ursache nennt BP eine kurzfristig hohe Nachfrage am Wochenende. Warum genau Super 95 fehlte und in welchem Ausmaß, lässt das Unternehmen offen. Zu Mengen- oder Umsatzentwicklungen äußert sich der Konzern aus Wettbewerbsgründen nicht.
Ein allgemeiner Benzinmangel herrschte in Vorarlberg jedoch nicht. Super 95 war in Hohenems an anderen Tankstellen weiterhin erhältlich; bei den Konkurrenten war kein Engpass bekannt. Die Preise in der Stadt lagen am Montagmorgen zwischen 1,86 und 1,94 Euro je Liter.
21 Euro Ersparnis pro Tankfüllung
Der Preisunterschied zu Deutschland bleibt beträchtlich. In Friedrichshafen kostete der Liter Super zuletzt mehr als 2,30 Euro.
Ein Rechenbeispiel für Autofahrer:
- Wer 60 Liter zum Hohenems-Preis von 1,939 Euro tankt, zahlt rund 116 Euro.
- Beim deutschen Preis von 2,30 Euro wären es 138 Euro.
- Die Ersparnis beträgt somit gut 21 Euro pro Tankfüllung.
Für viele deutsche Autofahrer lohnt sich die Fahrt nach Vorarlberg vorerst weiterhin.
Drei Faktoren belasten die Lieferketten
Auch wenn der Vorfall in Hohenems laut BP rasch behoben wurde, warnen Branchenexperten vor einer generellen Anspannung auf dem Kraftstoffmarkt. Drei Entwicklungen kommen derzeit zusammen:
- Tanktourismus: Teils beträchtliche Preisunterschiede locken massenhaft deutsche Autofahrer über die Grenze und führen zu unvorhersehbaren Nachfragespitzen an den Zapfsäulen.
- Wasserknappheit im Rhein: Das anhaltende Niedrigwasser behindert die Binnenschifffahrt massiv. Tankschiffe können seit Wochen nicht mehr voll beladen werden, um nicht auf Grund zu laufen. Da der Rhein die wichtigste Lebensader für den Transport von Rohöl und Treibstoffen nach Süddeutschland und in die Alpenregion ist, kommt es zu Verzögerungen.
- Raffinerie- und Logistikprobleme: Wenn die Schiffsfracht ausfällt, muss die Schiene einspringen. Doch das deutsche Schienennetz ist überlastet und es gibt einen Mangel an Kesselwagen. Jede kleine Störung in einer Raffinerie oder ein plötzlicher Ansturm am Wochenende führt dann sofort dazu, dass einzelne Tankstellen trockenlaufen.

So lässt sich beim Tanken sparen
Wer sparsamer fahren will, kann aber auch selbst einiges tun. Sechs einfache Maßnahmen helfen sofort:
- Früh hochschalten: Wer schnell in höhere Gänge wechselt, spart vor allem in der Stadt deutlich Sprit.
- Vorausschauend fahren: Gas rechtzeitig wegnehmen, Schubabschaltung nutzen – besonders vor Ampeln.
- Tempo herausnehmen: 130 statt 160 km/h auf der Autobahn senkt den Verbrauch um bis zu 40 Prozent.
- Reifendruck prüfen: Schon 0,2 bar zu wenig wirken sich spürbar aus.
- Ballast reduzieren: Dachbox runter, Kofferraum entrümpeln – jedes Kilo kostet Kraftstoff.
Vor allem gilt: Gute Wartung wirkt besser als jedes Wundermittel. Ein gepflegter Motor läuft sparsamer. Teure Zusätze für den Tank hingegen bringen keine Vorteile. Außer für den Verkäufer.














