Juli 30, 2026 2:37 p.m. CEST

Fast vergessener Schlager-Auftritt

Als Hamburgs Rock-Ikone im Tüllkleid gegen France Gall antrat


30.07.2026 – 12:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Inga Rumpf im Jahr 1982 (Archivbild): Schon früh erkannte sie, dass sie mit ihrer Stimme Anerkennung finden konnte.

Inga Rumpf Mitte der 1970er-Jahre (Archivbild): Wenige Jahre zuvor hatte die Hamburger Musikerin einen kurzen Ausflug in den Schlager unternommen. (Quelle: teamwork/imago-images-bilder)

Bevor Inga Rumpf mit Frumpy bekannt wird, versucht sie sich in einem vollkommen anderen Genre. Der ungewöhnliche Auftritt gerät beinahe in Vergessenheit.

Mit Frumpy und Atlantis schrieb Inga Rumpf deutsche Rockgeschichte. In ihrer frühen Karriere schlug die Hamburger Sängerin jedoch einmal ganz andere Töne an. Am 4. Juli 1968 trat sie beim ersten Deutschen Schlager-Wettbewerb des ZDF in der Berliner Philharmonie an.

Die damals 21-Jährige betritt im Tüllkleid die Bühne. Moderator Walter Giller kündigt sie lediglich als „Inga“ und mit den Worten an: „Rote Mähne, blaue Augen und eine knallharte Stimme.“ Dann setzt das Orchester ein, und Rumpf singt „Schade um die Tränen“.

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Inga Rumpf tritt gegen France Gall an

Die Musik des rund zweieinhalb Minuten langen Titels stammt von James Last, den Text schrieb Günter Loose. Das Lied handelt von Liebeskummer und ermuntert eine enttäuschte Frau, einem untreuen Mann nicht länger nachzutrauern.

Zwölf Sängerinnen und Sänger standen im Finale des Deutschen Schlager-Wettbewerbs 1968. Neben Rumpf traten unter anderem France Gall, Howard Carpendale und Rex Gildo an. France Gall erreichte mit „Computer Nr. 3“ den dritten Platz. Siw Malmkvist gewann den Wettbewerb mit „Harlekin“. Rumpf landete mit ihrem Titel auf Rang acht.

Schlager bleibt ein kurzes Intermezzo

In der WDR-Dokumentation „My Life is a Boogie“ blickt sie später auf den Auftritt zurück: „Das ist nicht die Welt, in der ich Erfolg haben wollte.“ Rumpf hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre Bühnenerfahrung. Seit 1965 sang sie bei den Hamburger City Preachers, bei denen zeitweise Udo Lindenberg am Schlagzeug saß.

Wenig später gründete sie gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der City Preachers die Band Frumpy. Mit ihrer rauen Stimme und Titeln wie „How the Gipsy Was Born“ wurde Rumpf zu einer der bekanntesten Rocksängerinnen Deutschlands. 1971 wählten die Leser des „Musik-Express“ Frumpy zur besten deutschen Rockgruppe. Nach der Auflösung von Frumpy gründete Rumpf 1972 die Band Atlantis und erreichte mit ihr auch ein internationales Publikum.

Ausverkauftes Konzert zum 80. Geburtstag

Am 2. August 2026 wird Inga Rumpf 80 Jahre alt. Auch fast sechs Jahrzehnte nach dem Schlager-Wettbewerb steht die gebürtige Hamburgerin weiterhin auf der Bühne.

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