September 30, 2026 2:12 p.m. CEST

Teure Autos, teure Reparaturen

Neue Typklassen in der Versicherung für Millionen Autofahrer


Aktualisiert am 30.09.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Früher günstig in der Anschaffung, und noch immer günstig in der Kfz-Versicherung: die BMW Isetta. (Quelle: Stefan Sauer/dpa/dpa-bilder)

Bei teuren Autos kosten in aller Regel auch die Reparaturen mehr. Das spiegelt sich in den Typklassen wider. Eine Kfz-Kategorie ist hingegen günstig – wenn auch selten.

Die Versicherer haben für die Autos von 7,4 Millionen Menschen in Deutschland die Typklassen erhöht, in denen sich Unfallzahlen und Reparaturkosten widerspiegeln. Andererseits werden die Typklassen aber auch für 5,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer günstiger, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte. Zwei Beispiele: Der VW T7 Multivan 2.0 TDI wird in der Haftpflicht um zwei Klassen günstiger, der Citroën C5 1.2 um zwei Klassen teurer.

Viel zu tun: Eine fünfstellige Zahl von Automodellen wird bewertet

Das sind allerdings nur zwei von über 33.000 Automodellen, die in die Statistik einfließen: Die Versicherer nehmen alle Autotypen auf, die in Deutschland zugelassen sind – auch jahrzehntealte Oldtimer.

Die Haftpflicht spiegelt dabei die Schäden wider, die Autofahrer bei Unfällen am Eigentum anderer anrichten. In der Teilkasko sind zusätzlich Hagelschäden, Wildunfälle oder Diebstahl mitversichert. Selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto deckt nur eine Vollkasko-Police.

Das Typklassen-System ist durchaus komplex: So gibt es 16 Typklassen in der Haftpflicht, nummeriert von 10 bis 25. In der Vollkasko sind es sogar 25 Typklassen (10 bis 34). Für die große Mehrheit der Autobesitzerinnen und -besitzer ändert sich in diesem Jahr nichts: Gut zwei Drittel behalten die bisherigen Typklassen ihrer Autos.

Selbst innerhalb einer Modellreihe kann es große Unterschiede geben: Laut Zahlen des Vergleichsportals Verivox verteuern die neuen Typklassen die Vollkaskoversicherung für einen Jeep Wrangler 2.0 im Schnitt um 25 Prozent. Die Vollkasko für einen Jeep Wrangler 3.6 sinkt 2027 um sechs Typklassen und wird so um durchschnittlich 19 Prozent günstiger.

Hohe Reparaturkosten, hohe Typklasse in der Kasko-Versicherung

„Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Faustregel ist seit jeher, dass in der Anschaffung günstige Kleinwagen auch in den Kasko-Typklassen günstig sind. So ist der Renault Twingo in der niedrigsten Vollkasko-Typklasse zehn einsortiert, der Fiat Panda in elf. In der Vollkasko weit oben angesiedelt sind hingegen Porsche Panamera 4 E-Hybrid (30) und der Range Rover 3.0 TD (29). Für einen Dacia Duster 1.2 wird die Vollkaskoprämie im Schnitt 16 Prozent günstiger. Das Modell wird um eine Haftpflicht- und um vier Vollkasko-Klassen nach unten gestuft.

Hier einige Beispiele aus dem Verivox Kfz-Versicherungsindex:

Modell Versicherung Typklassen 2026 (Haftpflicht/Vollkasko) Typklassen 2027 (Haftpflicht/Vollkasko) Veränderung, Beitrag (%)
Jeep Wrangler 2.0 Haftpflicht+Vollkasko 23 | 20 23 | 26 +25%
Porsche Cayman T 2.0 Haftpflicht+Vollkasko 11 | 23 11 | 26 +13%
Audi A6 3.0 TDI Quattro Haftpflicht+Vollkasko 19 | 27 22 | 27 +7%
Mini Cooper C 1.5 Haftpflicht+Vollkasko 16 | 24 14 | 19 -21%
Jeep Wrangler 3.6 Haftpflicht+Vollkasko 23 | 20 23 | 14 -19%
Dacia Duster 1.2 Haftpflicht+Vollkasko 18 | 20 17 | 16 -16%
BMW 330 CI Coupé Haftpflicht+Vollkasko 17 | 21 13 | 20 -15%
Mercedes-Benz CLA 180 Shooting Brake Haftpflicht+Vollkasko 20 | 21 14 | 22 -10%
Suzuki Swift Hybrid 1.2 Haftpflicht+Vollkasko 16 | 25 19 | 20 -9%
Hyundai i20 1.2 Haftpflicht+Vollkasko 16 | 19 13 | 20 -5%

Besonders günstig eingestuft: „Knutschkugel“ und „Ente“

Am günstigsten in allen Versicherungsarten fahren jedoch die Besitzer historischer Kleinwagen. Sehr niedrige Typklassen in allen drei Arten der Kfz-Versicherung haben unter anderem die in den 1950er Jahren als „Knutschkugel“ bekannte BMW Isetta und die „Ente“, der Citroën 2CV.

Die Gründe haben die Statistiker des GDV nicht ermittelt. Von diesen historischen Automodellen sind nur noch wenige zugelassen – abgesehen davon werden sie mutmaßlich von ihren Besitzern liebevoll gepflegt und nur noch selten gefahren.

Aktie.
Die mobile Version verlassen