Er soll seinen Vater erschossen, sein Elternhaus mit Sprengfallen versehen und einen halben Tag lang das Oktoberfest lahmgelegt haben: Das ist über Martin P. aus Starnberg bekannt.
Ein Mann hat München in den Ausnahmezustand versetzt: Der 57 Jahre alte Martin P. hielt am Mittwoch Hunderte Beamte auf Trab – und verdarb Tausenden Oktoberfestbesuchern die Wiesn.
Mittlerweile wird immer mehr über P. bekannt. Im Internet warb er als Allround-Handwerker für sich. Auf seiner Webseite zeigte er sich vor einem roten Transporter, umgeben von Werkzeug. Auf dem Foto hält er sich einen Messschieber so vors Gesicht, dass er gerade zwischen den beiden Messschenkeln hindurchlinsen kann.
P. bot Handwerkerdienstleistungen aller Art an, darunter Trockenbau, Fliesen, Küchenmontage, Baumfällarbeiten im Garten, den Bau von Gartenhäusern oder Carports. Seit 2007 war er als Kaufmann im Handelsregister eingetragen.
Seine Kunden scheinen zufrieden bis begeistert gewesen zu sein. Auf dem Handwerkerportal MyHammer sind insgesamt 23 Bewertungen hinterlegt. P. konnte fast durchweg auf Fünf-Sterne-Rezensionen verweisen. „Trotz einiger Widrigkeiten hat er die Arbeit super erledigt“, hielt eine Kundin fest. „Gerne wieder!“
Selbst scheint Martin P., der zuletzt in Starnberg lebte, nicht ganz so zufrieden mit sich und seinem Leben gewesen zu sein. Auf private Probleme deutet ein Streit um die Vaterschaft seiner Tochter hin, über den das bayerische Innenministerium berichtete. Demzufolge soll P. die Vaterschaft angezweifelt haben. Ein medizinisches Gutachten habe diese zwar bestätigt, der Mann habe aber argumentiert, dass das Analyse-Institut bestochen worden sei, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Das Gutachten sei nach Ansicht von P. falsch gewesen.
Video | Oktoberfest ab 17.30 Uhr wieder geöffnet
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Mit diesem Thema wandte sich der 57-Jährige nach Angaben Herrmanns sogar mit einer Petition an den Bayerischen Landtag und setzte sich auch mit dem Bundesjustizministerium in Verbindung. Der Landtag habe sich 2024 mit der Petition beschäftigt und diese nach Mitteilungen aus zuständigen Staatsministerien für erledigt erklärt, so der Minister. Bis heute habe sich P. aber offenbar nicht mit der Situation abfinden wollen.
Die Tochter, die sowohl die deutsche als auch die brasilianische Staatsangehörigkeit besitzt, soll Medienberichten zufolge oft bei ihren Großeltern, den Eltern von P., gewesen sein. Eine Nachbarin beschrieb die 21-Jährige als „liebes Kind“, das viel Zeit bei der Großmutter verbracht habe.
