„Das hier schießt dem Fass den Boden aus“
CSU-Politikerin reicht Beschwerde gegen Böhmermann ein
21.10.2026 – 00:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Satiriker Jan Böhmermann steht wieder in der Kritik. CSU-Politikerin Caroline Bosbach spricht von einer „Herabwürdigung des christlichen Glaubens“.
Die CSU-Abgeordnete Caroline Bosbach hat sich beim ZDF-Fernsehrat über die Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ vom 2. Oktober beschwert. In einem Schreiben an das Kontrollgremium beklagt sie, dass Jesus Christus in der Sendung „Wie die Kirche im Osten die AfD bekämpft“ verunglimpft wurde und sie sich persönlich verletzt sieht. „Das ZDF hat den Bogen hier nicht überspannt, sondern reißen lassen. Für die Verächtlichmachung christlicher Glaubensinhalte im öffentlich-rechtlichen Programm gibt es genug Beispiele. Aber das hier schießt dem Fass den Boden aus“, schrieb sie.
Böhmermann hatte in der Sendung das Bild eines Kruzifixes gezeigt und gesagt: „In der Kirche wird auch nicht eine dusselige Deutschlandfahne angebetet, sondern was Anständiges. Ein genderfluider, bineugieriger, halbnackter POC Otter, eine smoking hot skinny legend, an einem auf dem Kopf stehenden Teufelssymbol, check it out“.
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„Herabwürdigung des christlichen Glaubens“
Bosbach geht das zu weit. Im Schreiben an den Fernsehrat, das sie auch auf Instagram veröffentlichte, wies sie darauf hin, dass es laut Staatsvertrag für das ZDF eine Verpflichtung zur Achtung religiöser Überzeugungen gebe. Die Richtlinien des Senders fordern, dass man „das gegenseitige Verstehen zwischen den Kirchen und Religionsgemeinschaften zu fördern“ habe.
Satire setze die Programmgrundsätze nicht außer Kraft, argumentiert die bayerische Politikerin. Sie sieht in Böhmermanns Beitrag eine „Herabwürdigung des christlichen Glaubens“ und wirft ihm gesellschaftliche Spaltung vor. Sie fragt sich, ob das ZDF Mohammed genauso darstellen würde.
Böhmermann hatte wegen der Sendung bereits Ärger bekommen, weil er sich in einem Einspieler auf einem blauen Simson-Moped von einem Lastwagen überfahren ließ. Die Szene wurde als Anspielung auf den AfD-Politiker Ulrich Siegmund gesehen, der im Wahlkampf mit einem solchen Moped unterwegs gewesen war. Der Politiker selbst fragte, ob Böhmermann damit seinen Tod wünsche. Beim Sender gingen viele Beschwerden ein, das ZDF verteidigte den Beitrag aber als Satire. Auch Jan Böhmermann selbst nahm am Mittwoch Bezug auf die Diskussion – und kritisierte die künstliche, seiner Meinung nach politisch motivierte Aufregung.
