Attentäter ist tot
Zeuge lässt mit Beobachtung aufhorchen
Aktualisiert am 26.07.2026 – 23:09 UhrLesedauer: 3 Min.

Der CSD-Attentäter von Berlin versteckt sich mehr als 20 Stunden lang. Beim Zugriff wird der 21-jährige Abdul B. getötet. Ein Augenzeuge hat alles mitbekommen.
Es ist gegen 18 Uhr am Sonntag, als schwer bewaffnete Spezialeinsatzkräfte der Berliner Polizei die Parzelle 46 des Kleingartenvereins Burgwallschanze in Spandau, ganz im Westen der Stadt, stürmen. Wenige Momente später ist der Mann, der am Tag zuvor am Rande des Christopher Street Days eine Frau getötet und 29 Menschen teils lebensgefährlich verletzt haben soll, tot: erschossen durch die Polizei. Was ist geschehen?
Carsten Barthel ist seit fünfeinhalb Jahren Vorsitzender des Kleingartenvereins mit 123 Parzellen. Die Stimmung dort sei „multikulti“, aber nie habe es Probleme gegeben, erzählt Barthel t-online. Er habe schon zwei bis drei Stunden vor dem Zugriff mitbekommen, wie sich die Polizei am Straßenrand aufgestellt habe. Irgendwann hätten die Beamten alle Zugänge abgeriegelt, dann sei das Spezialeinsatzkommando gekommen. Barthel habe den Polizisten noch Hinweise auf noch nicht verriegelte Zufahrten gegeben. Dann sei es losgegangen, die SEK-Beamten hätten das Schloss einer Zufahrtsschranke aufgebrochen, auch er habe das Gelände verlassen müssen.
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Zugriff in Berlin: Zeuge berichtet von bis zu fünf Schüssen
Von draußen habe er wenig später vier bis fünf Schüsse wahrgenommen. Ansonsten habe er nichts gehört, auch kein Geschrei. Aber danach seien noch mehr Polizisten angerückt, und fünf Rettungswagen. „Es kamen immer mehr Beamte mit Maschinenpistolen“, so Barthel zu t-online. Seine Kleingartenkolonie dürfe er heute nicht mehr betreten, habe ihm die Polizei gesagt.
Brisant könnte eine Beobachtung des Vereinsvorsitzenden einige Stunden vor dem Zugriff sein: Barthel sagt: „Da war noch eine zweite Person auf der Parzelle.“ Er habe den Mitte 40 Jahre alten Mann gegen 13 Uhr in dem Kleingarten gesehen, er habe Kopfhörer im Ohr gehabt. Barthel sei sofort aufgefallen, dass es sich nicht um die Pächterin der Parzelle handelt. Aber auf Ansprachen habe der Mann nicht reagiert. Dann habe Barthel von ihm abgelassen und die Pächterin informiert. Welche Rolle der Mann spielt? Derzeit reine Spekulation. Abdul B. selbst habe Barthel auf der Parzelle nicht gesehen.
Informationen zu CSD-Attentäter: „Das ist falsch“
Der Vereinsvorsitzende dementiert im Gespräch mit t-online zudem Medienberichte, wonach die Parzelle dem Vater des mutmaßlichen Attentäters gehören soll. „Das ist falsch“, so der 56-Jährige. Er kenne die Pächterin, diese habe nach seinem Wissen nichts mit der Familie B. zu tun. Es gebe in der gesamten Anlage keinen Pächter mit dem Namen B., betont Barthel.
