November 5, 2026 2:23 p.m. CET

Vor der Bundespräsidentenwahl

BSW nominiert Hamburger Ex-„Tagesschau“-Sprecher

05.11.2026 – 12:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Constantin Schreiber: Der Hamburger präsentierte bis Mai 2025 die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“. (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Constantin Schreiber könnte bald über den nächsten Bundespräsidenten mitentscheiden. Dafür verzichtet ein prominenter BSW-Politiker auf seinen Platz.

Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat den früheren „Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber für die Bundesversammlung nominiert. Der 47-jährige Journalist steht auf Platz vier der am Mittwoch (4. November) veröffentlichten Kandidatenliste. Damit könnte er am 30. Januar 2027 bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten mitentscheiden.

Ursprünglich war der Listenplatz für BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert vorgesehen. Der habe jedoch zugestimmt, seinen Platz für Schreiber zu räumen, sagte der sächsische BSW-Fraktionschef Ronny Kupke der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Schreiber stelle sich gesellschaftlichen Konflikten und scheue kontroverse Debatten nicht. Bei der Bundesversammlung gehe es auch darum, Meinungsvielfalt abzubilden.

Constantin Schreiber lebt mit Familie in Hamburg

Schreiber ist vor allem durch seine Zeit bei der „Tagesschau“ bekannt. Von 2021 bis 2025 präsentierte er regelmäßig die Hauptausgabe um 20 Uhr, die beim NDR in Hamburg produziert wird. Im Mai 2025 verabschiedete er sich nach mehr als acht Jahren von der Nachrichtensendung. Der gebürtige Cuxhavener lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern in Hamburg.

Nach seinem Abschied von der „Tagesschau“ wechselte Schreiber im September 2025 als „Global Reporter“ zu Axel Springer. Im Juli wurde allerdings bekannt, dass er das Medienhaus bis Ende 2026 wieder verlassen wird. Im Oktober kündigte er bereits seine nächste Aufgabe an: Ab 2027 will er zweimal monatlich die Talkshow „Islam Talk“ beim ägyptischen Sender Azhari TV moderieren. Dabei soll es um Glaubensfragen und den Dialog zwischen den Religionen gehen.

Landtag entscheidet über Schreibers Teilnahme

Ob Schreiber tatsächlich an der Bundesversammlung teilnehmen wird, hängt vom Ergebnis der Wahl im sächsischen Landtag am Donnerstag (5. November) ab. Insgesamt entsendet Sachsen 33 Vertreter nach Berlin. Die Sitze werden entsprechend den Stimmen auf die Kandidatenlisten verteilt.

Die Bundesversammlung kommt am 30. Januar 2027 zusammen, um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu bestimmen. Neben den Vertretern der Bundesländer gehören ihr auch sämtliche Bundestagsabgeordnete an.

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