Der Bundestagsabgeordnete Kocak war neben ihm auf in sozialen Medien veröffentlichten Fotos von der Wahlparty zu sehen. Kocak sagte auf Anfrage, von gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen jeglicher Art distanziere er sich ausdrücklich.
Antisemitismus ist ein Streitthema
Über Antisemitismus in den Reihen der Berliner Linke wird immer wieder diskutiert. Erst Ende August soll ein umstrittener Rapper bei einer Veranstaltung der Partei ein Lied gegen den Krieg Israels in Gaza mit Zeilen wie „Yalla Yalla Intifada Westbank, Palästina, Gaza“ sowie „Death to the IDF“ (Tod der israelischen Armee) gesungen haben.
Intifada bezeichnet Aufstände in Palästina gegen die israelische Besatzung Ende der 1980er und Anfang der 2000er Jahre mit zahlreichen Angriffen und Selbstmordanschlägen und sehr vielen Toten auf beiden Seiten.
Eralp kritisierte den Auftritt deutlich, Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen seien „absolut inakzeptabel“. Die Verantwortlichen in Neukölln hätten intervenieren müssen – taten es aber nicht.
Grüne fordern klare Haltung
Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf fordert vor einer möglichen Regierungsbeteiligung eine konsequente Auseinandersetzung der Linken mit Antisemitismus in den eigenen Reihen. „Es muss klar sein, wie sie diese problematischen Teile ihrer Partei in die Schranken weisen“, sagte der Grünen-Politiker im RBB-Inforadio.
Es könne nicht „zu einer ritualisierten Situation kommen, wo wir alle paar Wochen immer wieder dieselben Auseinandersetzungen mit zum Beispiel diesem Kreisverband Neukölln haben“. Dabei gehe es den Grünen vor allem um das Thema Antisemitismus und die organisierte Kriminalität.
SPD-Spitzenkandidat erwartet Distanzierung
Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach erwartet für den Fall einer Zusammenarbeit mit der Linken ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus. Das gelte nicht nur für die Parteispitze, sondern für alle Mitglieder der neuen Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, sagte er.
SPD-Bundesvorsitzende Bärbel Bas sagte, es sei eine schwierige Situation, mit einer Partei zusammenzuarbeiten, die in Teilen oder auch in großen Teilen antisemitisch unterwegs sei. Da müsse man sich eine Zusammenarbeit „sehr genau überlegen“.
Krach ergänzte, Eralp müsse sich eindeutig distanzieren, und es müsse auch Konsequenzen geben, vorher könne es keine Kooperation geben. „Ich erwarte nicht nur Worte, sondern gerade bei solchen Vorfällen wie gestern Taten“, sagte Krach mit Blick auf den Besuch des Clan-Mitglieds auf der Linken-Wahlparty.















