Oktober 4, 2026 2:13 p.m. CEST

Hollywood-Star wird 70

Christoph Waltz und sein zweites Wohnzimmer in Berlin

04.10.2026 – 09:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Christoph-Waltz bei den Oscars 2026: Der Hollywood-Star lebte lange Zeit in Berlin. (Quelle: IMAGO / Image Press Agency)

Christoph Waltz gehört zu den größten deutschsprachigen Filmstars. In Hollywood gewinnt er zwei Oscars. Auch zu Berlin hat der 70-Jährige eine Verbindung.

Auf der Leinwand ist Christoph Waltz längst in Hollywood zu Hause. Privat lebte der gebürtige Wiener allerdings lange in Berlin. Am Sonntag, 4. Oktober, wird er 70 Jahre alt.

Mit seiner Frau, der Kostümbildnerin Judith Holste, wohnte er in einer Altbauwohnung in Charlottenburg. Dort konnte man ihm des Öfteren auf der Straße begegnen. „Ich gehe zu Fuß, ich habe kein eigenes Auto“, erzählte er 2011 dem „Tagesspiegel“. Dass Passanten ihn erkannten, ihn aber in Ruhe ließen, gefiel ihm: „Was den Umgang mit Prominenten angeht, ist Berlin sehr unanstrengend.“

Café Einstein: Waltz‘ zweites Wohnzimmer

Ein vertrauter Ort war das damalige Café Einstein in der Kurfürstenstraße. Als Waltz noch ein weitgehend unbekannter Schauspieler war, saß er dort fast täglich, erinnerte sich die Kaffeerösterin Elisabeth Andraschko. Das Kaffeehaus wurde schließlich sogar zur Kulisse seines internationalen Durchbruchs: Hier entstand die beklemmende Apfelstrudelszene aus „Inglourious Basterds“. Andraschko vermutete, dass Waltz selbst den Drehort empfohlen hatte.

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Als SS-Offizier Hans Landa verband Waltz in Quentin Tarantinos Film von 2009 höfliches Auftreten mit der brutalen Menschenjagd der Nationalsozialisten. Für die Rolle erhielt er 2010 seinen ersten Oscar.

Christoph Waltz in „Inglourious Basterds“ (Archivbild): Der Schauspieler gewann als charismatischer SS-Mann Hans Landa einen Oscar. (Quelle: IMAGO / ZUMA Press Wire)

Auch jenseits des Kaffeehauses hatte Waltz einen Blick für die schönen Seiten Berlins. Bei einem Gang durch Charlottenburg bewunderte er ein Haus am Lietzensee; den Gendarmenmarkt und die Museumsinsel hob er ebenfalls hervor. Besonders lebhaft erinnerte er sich an die Stimmung während der Reichstagsverhüllung 1995: Damals habe sich die Stadt voller neuer Möglichkeiten angefühlt. Eine vorbehaltlose Liebeserklärung wurde daraus allerdings nie. Heimat blieb für ihn Wien – auch nach vielen Jahren in Berlin.

Von Roy Black zu James Bonds Gegenspieler

Lange vor Tarantino war Waltz ein bekanntes Gesicht im deutschsprachigen Fernsehen. 1996 spielte er den Schlagersänger Roy Black in „Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“ und erhielt dafür den Bayerischen Fernsehpreis. Nach „Inglourious Basterds“ folgten große internationale Kinorollen: Für Tarantinos „Django Unchained“ gewann er 2013 seinen zweiten Oscar. In zwei James-Bond-Filmen verkörperte er Blofeld.

Eine Auszeichnung bekam Waltz auch in seiner langjährigen Wohnstadt: 2014 wurde er mit einem Stern auf dem Berliner Boulevard der Stars geehrt. Im selben Jahr erhielt er einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Mittlerweile lebt der 70-Jährige hauptsächlich in Los Angeles. Seine Berliner Wohnung hat er dennoch behalten.

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