Oscar-Gewinner wird 70
Bevor Hollywood ihn feierte, spielte er in Hamburg Theater
04.10.2026 – 07:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Als höflicher Menschenjäger wird Christoph Waltz zum Weltstar. Lange vor seinen Oscars steht er auf Hamburger Bühnen. Jetzt wird der Schauspieler 70.
Er lächelt, spricht gewandt und bleibt selbst dann höflich, wenn er seine Opfer in die Enge treibt: Als SS-Offizier Hans Landa macht Christoph Waltz in „Inglourious Basterds“ gerade der Gegensatz zwischen kultiviertem Auftreten und brutaler Menschenjagd so bedrohlich. Mühelos wechselt er zwischen Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch. Quentin Tarantinos Film von 2009 macht ihn international bekannt.
Für seine Darstellung gewinnt Waltz zunächst den Darstellerpreis in Cannes, 2010 folgt der Oscar als bester Nebendarsteller. Nach Jahrzehnten auf Theaterbühnen und im deutschsprachigen Fernsehen gelingt ihm im Alter von mehr als 50 Jahren der Sprung zum Weltstar. Am Sonntag, 4. Oktober, wird der gebürtige Wiener 70 Jahre alt. Eine frühe Station seiner Karriere liegt in Hamburg.
Hamburg: Waltz gehört zum Ensemble des Thalia Theaters
In der Spielzeit 1985/86 gehört Waltz fest zum Ensemble des Thalia Theaters. Unter Jürgen Flimm spielt er dort in „Das alte Land“ von Klaus Pohl. Die Hamburger Inszenierung feiert am 15. Januar 1986 Premiere. Zu den Mitwirkenden zählen auch Christoph Bantzer und Felix von Manteuffel.
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Auch am Schauspielhaus ist Waltz zu sehen: 1985 trat er in Heinrich von Kleists „Penthesilea“ auf. Regie führt Mark Zurmühle. Hamburg ist nicht die einzige Stadt, in der Waltz lange vor seinem Hollywood-Durchbruch Theater spielt. Zuvor steht er unter anderem in Zürich und Köln auf der Bühne.
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Sein Handwerk lernt Waltz am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. Im Fernsehen übernimmt er später ganz unterschiedliche Rollen. 1996 verkörpert er den Schlagersänger Roy Black in „Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“. Dafür erhält er den Bayerischen Fernsehpreis.
Nach dem Erfolg als Hans Landa besetzt Tarantino ihn auch in „Django Unchained“. Als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz gewinnt Waltz 2013 seinen zweiten Oscar. Später spielt er in „Spectre“ und „Keine Zeit zu sterben“ den James-Bond-Gegenspieler Blofeld.
