Beschatter sagt im Block-Prozess aus
„Finden Sie etwas über meinen nichtsnutzigen Ex-Schwiegersohn“
Aktualisiert am 08.10.2025 – 15:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Wie sieht der Tagesablauf der Block-Kinder aus? Lässt sich etwas Negatives über den Vater finden? Ein Sicherheitsberater hatte 2021 den Auftrag, die Familie zu beschatten – und erlebte eine Überraschung.
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat ein Sicherheitsberater geschildert, dass er bei der Überwachung von Stephan Hensel und dessen Familie in Dänemark bereits nach kurzer Zeit entdeckt worden sei. „In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie bei einer Observation aufgeflogen“, sagte der Geschäftsführer einer deutschen Sicherheitsfirma über seinen Auftrag aus dem Herbst 2021. Die Aussage des Zeugen löste im Zuschauerraum im Landgericht Hamburg Gelächter aus.
Nach seinen Worten hatte er den Wagen vor dem Wohnhaus gerade erst ausgemacht und sich auf die Rückbank gesetzt. In diesem Moment sei Hensels heutige Ehefrau schnellen Schrittes herausgekommen und habe das Auto von allen Seiten fotografiert.
Hensels Ex-Frau, die Unternehmerin Christina Block, ist in dem Prozess eine von sieben Angeklagten. Sie soll laut Staatsanwaltschaft nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit den Auftrag gegeben haben, zwei ihrer Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus der Obhut des Vaters zu entführen – sie bestreitet das. Die 52-Jährige ist die Tochter des Gründers der Steakhauskette „Block House“, Eugen Block.
Der heute 85-Jährige war nach Angaben des Sicherheitsberaters Auftraggeber der Überwachung. Mit Christina Block habe er erst später Kontakt gehabt, berichtete der Zeuge. Der Auftrag sei einen Monat, nachdem Hensel die beiden Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht nach Deutschland zurückgebracht habe, erteilt worden.
Damals gab das Hanseatische Oberlandesgericht Block das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht und verpflichtete den Vater, die Kinder herauszugeben. Er kam dem nicht nach und Block konnte ihren Anspruch in Dänemark nicht durchsetzen.
„Der Auftrag war, herauszufinden, was die Kinder machen“, sagte der Sicherheitsberater, der seinen Angaben zufolge etwa sechs Wochen für die Familie Block tätig war. Er habe deshalb zusammen mit einem Kollegen den Tagesablauf der Kinder verfolgt. Zudem habe Eugen Block ihn beauftragt, etwas Negatives über Hensel herauszufinden, das man im Sorgerechtsstreit verwenden könne. „Finden Sie etwas über meinen nichtsnutzigen Ex-Schwiegersohn“ – das habe Eugen Block zu ihm gesagt, so der Zeuge, der nach eigenen Angaben früher bei der Polizei tätig war.
Der Zeuge berichtete weiter, dass Christina Block die Kinder habe sehen wollen. Der Sicherheitsberater habe die Idee gehabt, eine große Schulpause zu nutzen, um Block an die Kinder „heranzuführen“. Blocks Lebenspartner, der ehemalige Sportmoderator Gerhard Delling, habe sie bei dem Versuch begleitet. Der 66-Jährige ist in dem Prozess wegen Beihilfe angeklagt.















