Maddie-Verdächtiger in Rage
Aus Haft entlassen – Christian B. geht auf Staatsanwalt los
29.09.2025 – 19:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Er ist aus dem Gefängnis entlassen, gilt aber weiter als Hauptverdächtiger im Fall Madeleine McCann und außerdem als hochgefährlich. Jetzt fuhr Christian B. nach Braunschweig, um sich Oberstaatsanwalt Wolters vorzuknöpfen.
Christian B. ist mit seinem Leben nach der Entlassung aus der Haft unzufrieden. Nachdem er zunächst in einer Wohnung in Neumünster untergekommen war, ist seine Adresse dort zuletzt öffentlich geworden. Aus Angst, dass ihm Anwohner etwas antun könnten, brachten Beamte ihn daraufhin am Wochenende fort.
Am Montag ist B. nun wieder aufgetaucht: Wie zuerst der britische TV-Sender Sky News berichtete, fuhr B. nach Braunschweig, um dort Oberstaatsanwalt Christian Wolters zu konfrontieren. B. sagte dem Sender über Wolters: „Ich werde von den Medien gejagt, und es ist seine Schuld. Ich möchte, dass er Verantwortung übernimmt.“ Doch der Oberstaatsanwalt habe sich geweigert, mit ihm zu sprechen.
Unterdessen warf der Kieler Rechtsanwalt Philipp Marquort, der zum Anwalts-Trio von B. gehört, den Behörden Versagen vor. „Der Staat hat sich um nichts gekümmert“, sagte er dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ). Am Ende habe er Christian B. Lebensmittel gekauft, weil sich sein Mandant nicht mehr aus der Wohnung getraut habe.
Die Verteidigung habe unter anderem um eine Entlassung im Geheimen gebeten. Doch auf die Vorschläge sei nicht reagiert worden. Rechtsanwalt Marquort betonte: „Seine Haftstrafe im Fall der Vergewaltigung hat unser Mandant abgesessen, und im Fall Maddie gilt die Unschuldsvermutung.“ Die Staatsanwaltschaft Braunschweig habe allerdings in zahlreichen Interviews gegen die Unschuldsvermutung verstoßen, weshalb sein Mandant „weltweit verbrannt“ sei.
Christian B. war Mitte September aus der JVA Sehnde entlassen worden, nachdem er eine Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer 72-Jährigen abgesessen hatte. Die Staatsanwaltschaft zeigt sich allerdings weiterhin davon überzeugt, dass er der Mann ist, der 2007 die damals dreijährige Madeleine McCann getötet hat. Laut einem Gutachter gehört B. „in die absolute Top-Liga der Gefährlichkeit“. Es sei nicht überraschend, wenn der notorische Sexualverbrecher in Freiheit innerhalb von zwei Jahren weitere Straftaten begehe.
Der Verdächtige im Fall Maddie trägt aktuell eine Fußfessel. Diese Vorgabe zur Führungsaufsicht gelte für die nächsten fünf Jahre, hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitgeteilt. Nach Angaben aus dem niedersächsischen Justizministerium handelt es sich bei der Führungsaufsicht um keine Strafe, sondern um eine Maßregel zur Besserung und Sicherung.
Dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag zufolge gibt es allerdings Probleme mit der Fußfessel. Sie arbeite unzuverlässig und könne nur geladen werden, wenn Christian B. sein Bein in einer bestimmten Position stillhalte. Dies sei ein Indiz für einen Wackelkontakt.
