Oktober 8, 2026 9:59 a.m. CEST

„Wer seid ihr?“

Das sagte Christa Pike, als sie wieder zu Bewusstsein kam


Aktualisiert am 08.10.2026 – 07:53 UhrLesedauer: 3 Min.

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Todeskandidatin in den USA wieder bei Bewusstsein (Quelle: reuters)

Christa Pikes Anwälte geben ein weiteres Update: Die verurteilte Mörderin war beinahe von den lebenserhaltenden Geräten getrennt worden, bevor sie Lebenszeichen zeigte. Sie sei noch immer „sehr verwirrt“.

Eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee beschreiben die Anwälte der zum Tode verurteilten US-Amerikanerin Christa Pike Verwirrungszustände ihrer Mandantin. Es gebe Momente, in denen die 50-Jährige für eine Weile abdrifte, erklärte Pikes Anwalt Randy Spivey am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach einer Verhandlung am Gericht in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee.

Demnach sei die 50-Jährige „kognitiv immer noch sehr verwirrt“. Ihre ersten Worte nach dem Aufwachen im Krankenhaus seien gewesen: „Wo bin ich und wer seid ihr“, sagte Spivey auf Nachfrage von Journalisten. Sie sei sich jedoch im Klaren darüber, dass der Staat versucht habe, sie hinzurichten. Spivey sagte, er glaube, Pike sei im Moment „wütend und verwirrt“ wegen all dem.

Zwei Giftspritzen verabreicht und trotzdem am Leben

Pike waren am vergangenen Mittwochabend nach Angaben der Behörden die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden. Dennoch lebte sie weiter. Die US-Amerikanerin war am Dienstag nach Angaben ihrer Anwälte wieder bei Bewusstsein, nachdem sie in einem Krankenhaus im Raum Nashville künstlich beatmet worden war.

Sie war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Der Fall erregte damals landesweites Aufsehen, weil Slemmers Leiche mit einem Pentagramm auf der Brust aufgefunden wurde, das als satanisches Zeichen gilt. Pikes Anwälte führten ins Feld, dass sie die Tat im Alter von nur 18 Jahren begangen und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen gelitten habe.

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Ihre Anwälte berichteten auch, dass Pike beinahe von den lebenserhaltenden Geräten getrennt worden sei, bevor sie Anzeichen einer Wiederbelebung zeigte. „Am Montagabend waren wir der Auffassung, dass Christa hirntot sei und dass die lebenserhaltenden Maßnahmen am nächsten Tag beendet würden“, sagte Randy Spivey. Am Dienstag sei sie jedoch „zur großen Überraschung aller“ aufgewacht und habe gesprochen, fügte Spivey hinzu.

Die 50-Jährige sei „allen Widrigkeiten zum Trotz“ inzwischen „bei Bewusstsein, spricht und wird weiterhin intensivmedizinisch versorgt“, teilten die Anwälte am Dienstag mit. Die Prognose für Pike sei aber weiter „unklar“. Die Anwälte rechneten „mit einem langwierigen Genesungsprozess“.

Die verurteilte Mörderin habe ein Blutgerinnsel in einem ihrer Arme, und könne keine der Gliedmaßen bewegen. „Wir wissen nicht, ob und inwieweit sie die Funktion wiedererlangen wird“, sagte Spivey. „Ihre Hände sahen aus, als hätte man einen OP-Handschuh aufgeblasen“, beschrieb Spivey. Außerdem sei Pike an einer Lungenentzündung erkrankt und werde ernährt.

Christa Pike (Archivbild): Sie überlebte ihre Hinrichtung. (Quelle: J. Miles Cary)
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