September 8, 2026 8:01 p.m. CEST

Das Problem: China besitzt das Monopol für die Veredelung der begehrten Metalle. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat kommen rund 46 Prozent der in Europas Industrie genutzten Seltenen Erden aus China. Bei einigen Schlüsselelementen liegt die Quote deutlich höher. So stammten im Vorjahr in Deutschland etwa 76,3 Prozent der Lanthan-Verbindungen aus China. In Europa sieht es bei anderen Metallen noch eindeutiger aus: So stammten im Vorjahr 14,2 Tonnen von insgesamt 14,4 Tonnen importiertem Neodym, Praseodym und Samarium aus China. Die Quote: 97,7 Prozent.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte zuletzt: „Ob Elektromobilität, Windkraft, Verteidigungselektronik oder Halbleitertechnik: Ohne Seltene Erden, vor allem in Magnetform, stehen Maschinen still. Deutschland ist als Hochtechnologie-Standort strukturell vom Import dieser Rohstoffe abhängig.“

Niemand spricht gern über Abhängigkeiten. Schon gar nicht die Industrie. Die Deutsche Agentur für Rohstoffe (DERA) nennt in ihrer jüngsten Studie „Seltene Erden, Projekte – Förderung – Weiterverarbeitung“ aber doch einige Namen.

Die BASF, größter Chemiekonzern der Welt mit einem kriselnden Stammwerk in Ludwigshafen, ist demnach „ein sehr großer Verbraucher Seltener Erden“. Genutzt werden die Metalle oft als Katalysatoren, um schwierige Verfahren bei chemischen Reaktionen zu vereinfachen.

Bayer greift in den Werken in Berlin und Bergkamen auf das Schlüsselelement Gadolinium für die Herstellung von Kontrastmitteln zurück.

Clariant nutzt laut DERA Seltene Erden an „den Standorten Bitterfeld-Wolfen, Gendorf und Bruckmühl-Heufeld für Katalysatoren für die Erdöl- und Spezialchemieindustrie“.

Carl Zeiss setzt laut Studie in den Werken „Jena, Oberkochen und Göttingen u. a. optische Komponenten für Spezialanwendungen“ ein.

Die Schott AG aus Mainz nutzt laut Studie die Schlüsselelemente für „Spezialgläser und Glaskeramiken für zahlreiche Branchen wie die Hausgeräte-, Pharma-, Elektronik-, Halbleiter-, Optik-, Life-Science-, Automobil- und Luftfahrtindustrie“.

Neben den Großunternehmen sind auch viele Mittelständler aus Deutschland auf die Schlüsselelemente aus der Volksrepublik angewiesen. Umso eindringlicher ist die Mahnung der Europäischen Wirtschaftskammer in China im jüngsten Jahresbericht vom Mittwoch: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind jedoch viele Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Betriebe des Mittelstands – weiter von erheblichen Lieferkettenstörungen betroffen, und es wurde noch keine langfristige, nachhaltige Lösung vorgeschlagen.“

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