August 20, 2026 1:17 a.m. CEST

Wegen „Linkskurs“

CDU-Politiker spendet der AfD 10.000 Euro


19.08.2026 – 23:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Wird von einem Kommunalpoitiker aus der eigenen Partei angegangen: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). (Archivbild) (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die AfD in Sachsen-Anhalt erhält zwei Spenden eines CDU-Politikers. Er übt harsche Kritik an seiner Parteiführung.

Bernd Prange, ein CDU-Kommunalpolitiker aus Stendal in Sachsen-Anhalt hat der AfD zweimal 5.000 Euro gespendet. Er teilt dies seiner Partei in einem Schreiben mit. Die AfD bestätigte den Eingang der Spenden. „Das sagt mehr über den Zustand der CDU aus, als es Merz lieb sein kann. Wir sagen Danke und freuen uns auf die Alleinregierung!“, ließ die Partei auf der Plattform X verlauten.

In dem Brandbrief an die CDU-Parteiführung im Landesverband bringt Prange seinen Unmut zum Ausdruck. Er sei in „tiefster Sorge“ um sein Land, er habe den Schritt „nach reiflicher Überlegung“ gemacht. Prange ist seit 32 Jahren Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe und stammt aus dem gleichen Landkreis wie AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund.

Prange will AfD-Alleinregierung

Im Schreiben an den CDU-Vorstand, das unter anderem die AfD auf ihrem X-Konto veröffentlichte, erklärt er seine Spende: „Ich wünsche mir, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie alleine regieren kann. Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht.“ Er wolle damit die Brandmauer zum Einsturz bringen und dass sich die Partei „gegen ihren Linkskurs wehrt“. Außerdem fordert er, dass „Friedrich Merz abgesetzt wird“.

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Prange beklagt die Abkehr der CDU von konservativen Werten und wirft ihr Annäherung an linke Kräfte vor. Er geht dabei auch den CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze an: „Es ist höchste Zeit, dass sich die Union von extrem linken Kräften und von all jenen trennt, die mit den Linken oder auch Grünen paktieren wollen – namentlich auch von Personen wie Sven Schulze“, heißt es in dem Schreiben.

Der CDU-Landesverband meldete sich am Mittwochabend zu Wort: „Wir nehmen die Berichterstattung um eine mögliche Spende eines CDU-Mitglieds aus dem CDU-Kreisverband Stendal sehr ernst. Sollte sich der Vorgang bewahrheiten, stellt dies für uns einen sehr schwerwiegenden parteirechtlichen Vorgang dar. Niemand ist gezwungen, Mitglied unserer Partei zu bleiben, wenn er ihre politischen Grundüberzeugungen nicht mehr teilt“, hieß es in einer Mitteilung, die t-online vorliegt.

Ministerpräsident Sven Schulze hat wiederholt betont, dass er nicht mit der AfD zusammenarbeiten wird und sich auch nicht mit deren Stimmen zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.

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