„Schwerwiegendes Spannungsverhältnis“
Diakonie entlässt AfD-Politikerin nach 15 Jahren
19.08.2026 – 18:08 UhrLesedauer: 1 Min.
Eine langjährige Mitarbeiterin der Diakonie wurde fristlos entlassen, weil sie für die AfD kandidiert. So begründet das Unternehmen die Entscheidung.
Die Mission:Lebenshaus gGmbH, ein diakonisches Unternehmen im Schleswig-holsteinischen Jever, hat eine Mitarbeiterin entlassen, die bei den niedersächsischen Kommunalwahlen für die AfD kandidiert. Martina Müller, die seit 15 Jahren dort tätig war, hatte die Kündigung selbst bekannt gemacht. Zuvor habe sie eine Abmahnung erhalten und sei aufgefordert worden, schriftlich von ihrer Kandidatur zurückzutreten, erklärte sie laut „Welt“.
In einer Stellungnahme betonte das Unternehmen, dass die aktive Kandidatur für eine Organisation, die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, in einem „schwerwiegenden Spannungsverhältnis“ zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie stehe. „Mitarbeiter dürfen auch durch ihr außerdienstliches Verhalten die Glaubwürdigkeit der kirchlichen und diakonischen Arbeit nicht beeinträchtigen“, hieß es weiter.
Die Mission:Lebenshaus gGmbH erklärte, die Entscheidung sei nicht aus parteipolitischen Gründen getroffen worden, sondern um die Glaubwürdigkeit des kirchlich-diakonischen Auftrags zu wahren. Man müsse „mit aller Entschiedenheit“ reagieren, wenn Menschen oder Gruppen abgewertet oder ausgegrenzt würden. Müller kündigte an, rechtlich gegen die Kündigung vorzugehen.
