Bekannt aus „Babylon Berlin“
Schwanger gemeldet, Rolle verloren: Caro Cult verklagt Produktionsfirma
24.07.2026 – 05:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Mitarbeiterin spricht Caro Cult schwanger den nötigen „Sex-Appeal“ ab. Die Produktionsfirma distanzierte sich später davon.
Acht Tage vor Drehbeginn war die Hauptrolle weg: Schauspielerin Caro Cult, bekannt aus der ARD-Serie „Babylon Berlin“, hatte sich bereits auf die Dreharbeiten zur ARD-Produktion „Schattenseite“ vorbereitet, als sie der Produktionsfirma Dreamtool Entertainment ihre Schwangerschaft mitteilte. Kurz darauf wurde die Rolle neu besetzt, wie der „Spiegel“ berichtet.
Die 32-Jährige wurde auf Instagram deutlich: „Es kann doch nicht sein, dass wir Mütter alle so tun, als würden wir keine Kinder bekommen – aus Angst, dass uns unsere Jobs weggenommen werden!“ Und weiter: „Ich wünsche mir so sehr, dass Frauen keine Angst davor haben müssen, Mütter zu werden. Dass sie die gleichen Chancen bekommen und nicht um das bangen müssen, was sie sich erarbeitet haben.“ Ihr Fazit: „Unsere Branche ist nicht gleichberechtigt. Und das muss sich ändern!“
Firma verweist bei Caro Cult auf Mutterschutz und Nachtaufnahmen
Der Fall trug sich bereits 2024 zu und landete schließlich vor dem Arbeitsgericht Berlin. Die Firma verwies auf den Mutterschutz, auf Nachtaufnahmen, die für den Winter angesetzt waren, sowie auf Versicherungs- und Ablauffragen. Eine schwangere Hauptdarstellerin sei unter diesen Bedingungen nicht zu besetzen gewesen.
Cult widersprach: Beim Dreh lasse sich eine Schwangerschaft verbergen, Tricks dieser Art gehörten zum Handwerk, und für heikle Szenen gebe es Doubles. Zur Handlung von „Schattenseite“ gehören mehrere Sexszenen.
Dazu kam ein Satz, für den sich die Firma später selbst kritisierte: Gegenüber Cults Agentin habe eine Mitarbeiterin gesagt, der Schauspielerin fehle schwanger „der notwendige Sex-Appeal“. Entscheidungsrelevant sei das aber nicht gewesen.
Zuspruch für Caro Cult aus der TV-Branche
Statt eines Urteils stand am Ende ein Vergleich: Dreamtool zahlt die halbe vereinbarte Gage. Für Cult stand nach eigenen Angaben aber nie das Geld im Vordergrund: Sie wolle ein Zeichen gegen die Benachteiligung schwangerer Frauen in der Filmbranche setzen.
Aus der Branche kam viel Zuspruch. Ursula Karven berichtete von vergleichbaren Erlebnissen, andere Kolleginnen dankten Cult für ihre Offenheit. Lea van Acken schrieb: „Dein Kampf ist für uns alle.“














