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Nachdem er angefahren wurde

Italien: Bürgermeister verbietet Fahrräder in Stadt


21.08.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Como am Comer See: In der historischen Altstadt sind Fahrräder nicht mehr erwünscht. (Quelle: IMAGO/Augst / Eibner-Pressefoto)

Nach einem Unfall mit einer E-Bike-„Bestie“ zieht der Bürgermeister der Gemeinde Como drastische Konsequenzen. Für Fahrräder ist die Innenstadt künftig tabu.

Der Bürgermeister von Como, Alessandro Rapinese, hat laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa Fahrräder aus der Innenstadt verbannt und damit eine heftige Debatte in der Stadt ausgelöst. Der Hintergrund ist ungewöhnlich: Das Verbot geht auf ein persönliches Erlebnis des Bürgermeisters der Gemeinde am Comer See zurück.

Mitte Juli wurde Rapinese direkt vor dem Rathaus von einem E-Bike angefahren. Der Zeitpunkt war pikant: Die Stadtverwaltung diskutierte zu diesem Zeitpunkt ohnehin über eine Regelung für Lieferdienste in der Fußgängerzone. Nach dem Unfall weitete Rapinese das Vorhaben kurzerhand aus – und schloss alle Fahrräder mit ein. Da das italienische Straßenverkehrsrecht keine rechtliche Unterscheidung zwischen normalen Rädern und E-Bikes erlaubt, gilt das Verbot zwangsläufig für beide Kategorien.

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Bürgermeister bezeichnet E-Bikes als „Bestien“

Der Bürgermeister selbst räumt offen ein, dass sein persönliches Erlebnis die Entscheidung beeinflusst hat: „Natürlich haben mich meine Erfahrungen geprägt. Menschen handeln auf Basis ihrer Erlebnisse – und ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, von so einer Bestie angefahren zu werden.“

Gleichzeitig zieht er einen Vergleich zu einer früheren Maßnahme: Bereits 2022 hatte Como als eine der ersten Städte Europas das Verleihsystem für E-Scooter verboten – eine Entscheidung, die Rapinese im Nachhinein als richtig bewertet. E-Bikes hält er sogar für noch gefährlicher als E-Scooter.

Nicht alle in Como teilen diese Einschätzung. Vincenzo Falanga, Vorsitzender der Kulturvereinigung Nova Como, kritisiert die Maßnahme in der Zeitung „La Stampa“ scharf und wirft dem Bürgermeister vor, ein persönliches Erlebnis in eine kollektive Maßnahme umzumünzen: „Die Verwaltung macht aus individuellen Problemen kollektive Probleme.“ Nova Como hat bereits eine Protestfahrradtour für Mitte September angekündigt – genau dann, wenn das Verbot in Kraft tritt.

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