Nach 20 Jahren
Buchstabenmuseum schließt: „Das Geld wird an jeder Ecke gebraucht“
01.10.2025 – 16:54 UhrLesedauer: 2 Min.

20 Jahre lang gab es das Buchstabenmuseum im Stadtbahnbogen in Berlin-Mitte. Nun ist Schluss. Das sagt die Leiterin Barbara Dechant dazu.
In Berlin-Mitte endet an diesem Wochenende eine Ära: Nach 20 Jahren schließt das Buchstabenmuseum im Stadtbahnbogen nahe dem S-Bahnhof Bellevue. Letzter Öffnungstag ist der 5. Oktober.
Die Sammlung bewahrt historische Schriften und somit ein Stück Stadt- und Deutschlandgeschichte auf. Sie umfasst rund 3.500 Buchstaben – von einzelnen Lettern bis zu kompletten Schriftzügen. Meist handelt es sich um Schriftzüge aus dem öffentlichen Raum, also von Geschäften, Bahnhöfen oder Institutionen. Das Museum stellt sie aus, dokumentiert aber auch deren Geschichte und den Hintergrund. Sie stammen überwiegend aus Berlin, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands, Österreich und der Schweiz.
Jetzt ist allerdings Schluss. Leiterin Barbara Dechant sagt: „Eine solche Schließung ist mit vielen Emotionen und Wehmut verbunden. Natürlich ist das schade.“ Dieser Schritt sei jedoch lange im Voraus geplant worden. Seit Corona habe es Einbußen bei der Zahl der Besucher gegeben. Gleichzeitig seien die Energie- und Betriebskosten gestiegen.
Als privates und ehrenamtlich geführtes Museum erhalte man zudem keine institutionellen Förderungen. Als in diesem Jahr auch vier Anträge auf eine Projektförderung abgelehnt wurden, habe sich die Lage verschlechtert. „Das war der Punkt, an dem wir nicht mehr planen konnten“, so Dechant. „Wir haben hohe, laufende Fixkosten. Ohne zusätzliche Förderungen kann man ein Museum in der Größe nicht führen.“
Das Museum bittet derweil weiter um Spenden. „Das Geld wird an jeder Ecke gebraucht. Nur weil wir schließen, heißt das nicht, dass da nicht noch weitere laufende Kosten sind“, sagt die Leiterin. Bis zum Ende des Jahres bleibe man in den Räumlichkeiten, um alles zu regeln. Die Miete laufe also weiter, zudem müssten unter anderem sehr hohe Coronahilfen zurückgezahlt werden.
Bis Sonntag hoffen die Verantwortlichen zudem auf viele Besucher. Eine Zunahme sei in den vergangenen Wochen bereits festzustellen gewesen. „Momentan kommen mehr Menschen als sonst. Das freut und hilft uns sehr“, sagt die Leiterin. „Es ist aber auch traurig, dass es eine Schließung braucht, damit Menschen in großer Zahl unser Buchstabenmuseum besuchen.“















