Deutschlandweites Vorbild?
Expressbrücke steht nach nur 75 Tagen
Aktualisiert am 09.10.2026 – 17:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Stuttgarts Ministerin Nicole Razavi saniert Brücken im Rekordtempo. Eine neue Technik macht’s möglich. Der Bund fällt bei den Sanierungen zurück, zeigen neue Zahlen.
In etwas mehr als vier Monaten ist im baden-württembergischen Marbach eine marode Straßenbrücke abgerissen und ein Neubau hochgezogen worden. Der reine Bauzeit habe nur rund 75 Tage betragen, teilten die Behörden mit. Möglich wurde dies durch den Einsatz von Fertigbauteilen. Üblich sind für solche Bauwerke Arbeiten von zwei Jahren.
Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) rief Marbach zum Modell für weitere Sanierungen im Land aus. Die resolute Politikerin erklärte bei der Einweihung der Querung am Freitag: „Wir müssen die Erfahrungen daraus nutzen, um auch die vielen weiteren Brücken, die in den kommenden Jahren erneuert werden müssen, zügig und effizient zu ersetzen.“
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Die CDU-Politikerin erläuterte auf Instagram den Vorteil der neuen Methode: „Dank verwendeten Fertigteilen ging es deutlich schneller als üblich. Bei der Bauweise werden Teile im Werk vorgefertigt und vor Ort nur noch montiert. Nur rund 75 Tage dauerten die Haupt-Bauarbeiten von der Vollsperrung bis zur Eröffnung der neuen Brücke.“
Verkehrsminister Bilger in der Kritik
Im Bund gerät hingegen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hingegen unter Druck. Laut einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ fiel die Zahl der fertig renovierten Brücken in Deutschland im vergangenen Jahr auf 157. Im Jahr 2024 wurden noch 212 Brücken saniert. Die Ampel-Regierung wollte unter Minister Volker Wissing ursprünglich sogar jährlich 400 Brücken flott machen.
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In Marbach soll der Verkehr ab Sonntag über die neue Brücke rollen. Die neue Querung über den Fluss Murr hat eine Länge von 49 Metern. Die Vorgängerbrücke stammte aus dem Jahr 1956. Sie habe altersbedingte Mängel aufgewiesen und anfälligen Spannstahl enthalten.
Im Vorjahr hatte das Stuttgarter Verkehrsministerium bekanntgegeben, dass landesweit rund 90 Brücken im Südwesten wegen des anfälligen Spannstahls ersetzt werden müssen.
Hintergrund der Überprüfungen war der Teileinsturz der Carolabrücke in Dresden im Jahr 2024. Als Ursache für den Einsturz wurde in Untersuchungen Korrosion festgestellt.
