Gleich zwei Stürme ziehen auf
Bombenzyklon steuert auf Deutschland zu
Aktualisiert am 22.10.2026 – 14:34 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Bombenzyklon nimmt Kurs auf Deutschland und kippt die Großwetterlage. Kaum ist dieser Sturm durch Deutschland gefegt, folgt der zweite. Auch in der Nacht der Zeitumstellung wird das Wetter stürmisch.
Gleich zwei atlantische Sturmtiefs treffen in den kommenden Tagen in rascher Folge auf Deutschland. „Goldenes Oktoberwetter ist gestrichen und wir müssen uns auf windiges und nasses Wetter einstellen“, schreibt die Diplom-Meteorologin Renate Molitor in einer Wetterprognose für t-online.
Der erste Sturm bringt ab Freitagnachmittag kräftigen Wind und Regen, in der Nacht zum Samstag sind an der Nordseeküste und auf den Gipfeln der Mittelgebirge Orkanböen möglich. Kaum ist Tief „Luise“ (international auch „Austen“ genannt) durchgezogen, folgt am Sonntag bereits das nächste Sturmtief. Vom Westen her fegt es durch Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt: In den Staulagen von Eifel, Rothaargebirge und Schwarzwald droht Dauerregen.
Hier herrscht besondere Sturmgefahr
Der Freitagvormittag verläuft im Osten Deutschlands zunächst noch verhältnismäßig freundlich. Im Westen braut sich hingegen der Sturm bereits zusammen. „Die Regenwolken breiten sich zum Nachmittag weiter in den Osten aus. Im Westen bleibt es dennoch sehr wechselhaft mit kräftigen Schauern und am Oberrhein kann es auch einzelne Gewitter geben“, prognostiziert die Meteorologin.
„Besonders von Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg herrscht Sturmgefahr“, so Molitor. „In höheren Lagen kann es schwere Sturmböen bis orkanartige Böen geben.“ Vorsicht also vor herumfliegenden Ästen. Im Straßenverkehr kann es gefährlich werden. „Hier, aber auch im Bahnverkehr, kann es zu Einschränkungen kommen“, warnt die Wetterexpertin.
Der Kerndruck des Tiefs wird dabei so schnell fallen, dass man von einem Bombenzyklon sprechen kann. In der Fachliteratur wird dieses Phänomen als rapide Zyklogenese bezeichnet. Die Definition stammt aus dem Jahr 1980, als die Meteorologen Frederick Sanders und John Gyakum erstmals einen Schwellenwert für solche Systeme festlegten. In ihrer Studie „Synoptic-Dynamic Climatology of the Bomb“ legten sie fest: Als „Bombe“ gilt ein Tief, dessen Luftdruck innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt.
Dieser schnelle Druckabfall entsteht, wenn kalte Luft aus nördlichen Breiten auf warme, feuchte Luftmassen aus dem Süden trifft. Solche Stürme bringen nicht nur starken Regen oder Schnee, sondern oft auch orkanartige Böen und Sturmfluten mit sich.
Sturmtief bringt Regen, Sturmböen und Orkan
Auch in der Nacht zum Samstag bleibt das Wetter in Deutschland stürmisch. Auffrischender Wind bringt Sturmböen an die Küsten und in die Mittelgebirge, auf den Gipfeln sind teils orkanartige Böen zu erwarten – auf dem Brocken erreicht der Sturm laut DWD sogar Orkanstärke. Tagsüber lässt der Wind zwar etwas nach, Sturmböen zwischen 60 und 80 Kilometern pro Stunde bleiben aber zunächst bestehen und klingen erst am Samstagnachmittag vorübergehend ab.
Im Norden regnet es häufig, im Rest des Landes ziehen Schauer durch, dazwischen gibt es aber auch Auflockerungen. Im Osten Sachsens, etwa von der Neiße bis zum Elbsandsteingebirge, kann es vorübergehend sogar länger sonnig sein. Die Temperaturen sinken spürbar: Im Regen werden nur 5 bis 9 Grad erreicht, ansonsten bis zu 15 Grad.
Live-Wetterkarte: So bewegt sich der Sturm durch Deutschland
Wo genau Sie mit Regen und Gewittern rechnen müssen, zeigt unsere Live-Wetterkarte.















