Sturm bringt Windstärke 10, Gewitter, Regen
Amtliche Warnungen in halb Deutschland
Aktualisiert am 23.10.2026 – 10:02 UhrLesedauer: 3 Min.
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Ein Tief zieht vom Atlantik nach Deutschland – und entwickelt sich zu einem sogenannten Bombenzyklon. Der DWD hat bereits in Hunderten Kreisen Wetterwarnungen erlassen.
Der erste Herbststurm des Jahres trifft Deutschland. Ein Tief zieht vom Ärmelkanal in Richtung Deutsche Bucht und erfasst am Freitag das halbe Land. Am Nachmittag nimmt der Sturm Fahrt auf. Am Abend und in der ersten Nachthälfte erreicht er dann seinen Höhepunkt. Besonders zwischen Rheinland und Emsland sind dann schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde möglich – das entspricht Windstärke 10.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat entsprechende Wetterwarnungen erlassen. Die meisten von ihnen gelten von Freitagmittag bis in die Nacht auf Samstag hinein. Am Freitagmorgen gelten bereits in 251 Kreisen und kreisfreien Städten amtliche Warnungen (Stand: 8.40 Uhr). Im Landkreis Harz gilt die zweithöchste Warnstufe. Zwischen 12 und 20 Uhr am Freitag treten hier oberhalb einer Höhe von 1.000 Metern orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 105 und 115 Kilometern pro Stunde auf.
Wetter in Deutschland: DWD warnt vor schweren Sturmböen
Verbreitet sind starke bis stürmische Böen der Stärke 7 bis 8 zu erwarten – mit 55 bis 75 Kilometern pro Stunde. In Gebirgen ist mit Sturmböen bis zu orkanartigen Böen der Stärke 9 bis 11 mit 80 bis 110 Kilometern pro Stunde zu rechnen. Im Flachland ist das Gebiet vom Rheinland bis zum Emsland am stärksten betroffen – hier warnt der Deutsche Wetterdienst vor schweren Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde.
Über der freien Nordsee verschärft sich die Lage am Abend: Dort sind schwere Sturmböen der Stärke 10 mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde möglich.
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Sturm entwickelt sich zum Bombenzyklon
Der Kerndruck des Tiefs wird dabei so schnell fallen, dass man von einem Bombenzyklon sprechen kann. In der Fachliteratur wird dieses Phänomen als rapide Zyklogenese bezeichnet. Die Definition stammt aus dem Jahr 1980, als die Meteorologen Frederick Sanders und John Gyakum erstmals einen Schwellenwert für solche Systeme festlegten. In ihrer Studie „Synoptic-Dynamic Climatology of the Bomb“ legten sie fest: Als „Bombe“ gilt ein Tief, dessen Luftdruck innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt.
Dieser schnelle Druckabfall entsteht, wenn kalte Luft aus nördlichen Breiten auf warme, feuchte Luftmassen aus dem Süden trifft. Solche Stürme bringen nicht nur starken Regen oder Schnee, sondern oft auch orkanartige Böen und Sturmfluten mit sich.
Die aktuellen amtlichen Warnungen in ganz Europa zeigt unsere Live-Wetterkarte.
