Oktober 22, 2026 9:51 p.m. CEST

„Macht mir Bauschmerzen“

250.000-Tonnen-Eisblock bedroht idyllisches Alpen-Dorf


22.10.2026 – 19:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Schneebedeckter Gipfel des Berges Weisshorn (Archivbild): Massive Eis- und Schneemengen könnten in die Tiefe stürzen. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Karlheinz Irlmeier/imago-images-bilder)

In den Walliser Alpen steigt die Gefahr eines großen Gletscherabbruchs. Ein Experte zeigt sich alarmiert – denn die ersten Schneefälle verändern die Lage.

250.000 Tonnen Eis drohen am Hang des Weisshorns über dem kleinen Bergdorf Randa im Schweizer Kanton Wallis in die Tiefe zu stürzen. Die Gefahr eines Gletscherabbruchs steigt derzeit offenbar besonders stark an, wie Norbert Carlen, Ingenieur für Naturgefahren beim Kanton Wallis, dem „Walliser Boten“ erklärte. Mehrere Schweizer Medien berichteten darüber.

Die Bewegungen am Hängegletscher Weisshorn Ost werden laut Gemeinde bereits seit Ende Juni dieses Jahres engmaschig überwacht. Besiedeltes Gebiet ist nicht bedroht. Im Risikogebiet darf sich niemand aufhalten.

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Der Eisblock zeige „eine ununterbrochene Dynamik und schiebt sich derzeit mit bis zu 20 Zentimetern pro Tag talwärts“, erklärte Carlen. Die neuerlichen Schneefälle verschärften die Situation. „Das macht mir persönlich schon ein bisschen Bauchschmerzen“, so der Experte. Denn bei einem Gletscherabbruch könnten die darunter liegenden Schneemassen mit ins Tal rauschen – und eine ungeheure Wucht aufbauen. Die Lage sei „hochdynamisch“, so Carlen.

Alpen-Dorf droht Schnee- und Eislawine

Stefan Margreth, Experte für Lawinenschutz am Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, sagte der Schweizer Zeitung „Blick“: „Das extremste Szenario wäre, wenn der Eisblock abrutscht und zusätzlich eine hohe Lawinengefahr herrscht.“ Wenn die Schneedecke instabil sei, könne es dazu kommen, dass die Eislawine noch zusätzliche Schneelawinen auslöse.“ Eine solche Kettenreaktion könnte dramatische Ausmaße annehmen, sei aber eher unwahrscheinlich, so Margreth. „Wenn die Eislawine bei geringer Lawinengefahr auftritt, haben wir eine stabile Schneedecke. Da ist die Gefahr einer großen Kettenreaktion relativ klein.“

Randa wird seit Jahrhunderten immer wieder von Gletscherabbrüchen heimgesucht. Im Januar 1636 starben 37 Menschen durch eine Lawine aus Eis und Schnee, wie die Zeitung „20 Minuten“ berichtete. 84 Jahre später kamen zwölf Menschen durch ein ganz ähnliches Ereignis ums Leben.

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