August 24, 2026 6:14 p.m. CEST

Prozess im Mordfall Fabian

Blutspur und Alibi-Deal: Gina H. attackiert Zeugen


24.08.2026 – 16:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Angeklagte im Mordfall Fabian erscheint am Montag vor Gericht. Ihr Gesicht versteckt Gina H. durchgehend. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian hat die Angeklagte Gina H. ihre Version der Ereignisse präsentiert. Dabei widersprach sie in mehreren Punkten den bisherigen Zeugenaussagen.

Erstmals hat sich Gina H. ausführlich zu den Tagen rund um den Tod des achtjährigen Fabian geäußert. Die Angeklagte bestreitet die Tat und widerspricht in entscheidenden Punkten bisherigen Zeugenaussagen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 getötet und seinen Leichnam später angezündet zu haben.

Mehr als vier Stunden lang hat Gina H. am Montag vor dem Landgericht Rostock ihre Sicht auf den Fall dargestellt und eine 95-seitige Einlassung vorgelesen. Die 30-Jährige versuchte mehrere Indizien zu entkräften, die die Staatsanwaltschaft gegen sie anführt. Zugleich beschuldigte sie die beiden sogenannten Tümpelzeugen Christian D. und Olaf K., vor Gericht teilweise die Unwahrheit gesagt zu haben.

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Angeklagte im Fall Fabian versucht Zeugenaussagen zu entkräften

Gina H. griff vor allem die Glaubwürdigkeit von Christian D. und Olaf K. an. Mit Christian D. habe sie einen wesentlich engeren Kontakt gehabt, als dieser vor Gericht dargestellt habe. Sie berichtete von regelmäßigen nächtlichen Treffen, Küssen und Gefühlen für ihn. Gina H. belastete Christian D. schwer und behauptete er habe sie zu dem Fundort von Fabians Leichnam geführt: „Er war es, der genau dorthin (zum Tümpel, Anm. d. Red.) wollte, der mich genau dorthin geführt hat, nachts.“ Vor Gericht hatte der sogenannte Tümpelzeuge das Gegenteil ausgesagt.

Olaf K. wiederum habe ihr einst gedroht, ihr „das Liebste“ zu nehmen, sollte sie wieder mit Fabians Vater zusammenkommen. Zugleich räumte Gina H. ein, mit Olaf K. für zwei Tage ein Alibi abgesprochen zu haben. Sie begründete dies damit, bereits früh den Eindruck gehabt zu haben, unter Verdacht zu stehen.

Auch zu einem weiteren Indiz nahm die Angeklagte Stellung: In ihrem Auto war ein Stück Küchenrolle mit Fabians Blut gefunden worden. Gina H. erklärte, Fabian habe sich bereits im August an einem Badesee am Fuß verletzt. Sie habe die Wunde damals mit einem Küchentuch abgetupft.

Gina H. bestreitet ein Motiv gehabt zu haben

Das von der Staatsanwaltschaft angenommene Motiv für die Tat wies sie ebenfalls zurück. Sie sei nicht finanziell von Fabians Vater Matthias R. abhängig gewesen und habe Fabian nicht als Hindernis für die Beziehung betrachtet. Der Junge habe für sie fest zu seinem Vater gehört. Sie habe ihn „wie einen eigenen Sohn“ behandelt, beteuerte Gina H. Zugleich räumte sie ein, nach Fabians Tod unangemessene Äußerungen über den Jungen und dessen Mutter gemacht zu haben.

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