Lästige Blepharitis
Ist eine Lidrandentzündung ansteckend?
Aktualisiert am 22.10.2026 – 13:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einer Lidrandentzündung sind die Augen oft gerötet und jucken stark. Ist die Erkrankung womöglich ansteckend?
Eine Lidrandentzündung (Blepharitis) kann verschiedene Ursachen haben – auch Bakterien wie Staphylokokken zählen dazu. Daher fragen sich manche, ob bei der Augenerkrankung womöglich Ansteckungsgefahr bestehen könnte.
Die kurze Antwort darauf lautet: Nein, eine Lidrandentzündung ist normalerweise nicht ansteckend. Im Unterschied zu einer bakteriellen Bindehautentzündung (Konjunktivitis) lässt sie sich nicht von einem Menschen auf den anderen übertragen. Die Augenerkrankung verläuft in den meisten Fällen chronisch. An ihrer Entstehung sind in der Regel mehrere Auslöser beteiligt, etwa Hauterkrankungen wie das seborrhoische Ekzem, eine Rosazea oder eine Neurodermitis.
Bei einer chronischen Lidrandentzündung besteht zudem fast immer eine Fehlfunktion der Meibom-Drüsen. Diese liegen entlang des inneren Lidrands und geben ein öliges Sekret ab, das für den Tränenfilm eine wichtige Rolle spielt. Bei Menschen mit chronischer Blepharitis funktionieren die Meibom-Drüsen meist nicht richtig und stellen zu wenig Sekret her (manchmal auch zu viel). Oft setzt es sich anders zusammen und ist deshalb zäher – das kann die Drüsenausgänge an der Lidkante verstopfen.
Lidrandentzündung: Welchen Einfluss Bakterien haben
Die Annahme, dass bakterielle Infektionen eine Hauptursache der chronischen Lidrandentzündung sind, gilt als überholt. Dennoch können Bakterien zur Entstehung beitragen.
Meist handelt es sich dabei nicht um Erreger, mit denen Betroffene sich bei anderen angesteckt haben, sondern um Keime, die Teil der Hautflora am Augenlid sind. Sie können sich auch bei ansonsten gesunden Menschen am Lidrand finden. Solche Keime sind unbedenklich, solange sie sich nicht zu stark vermehren.
Die am Lidrand lebenden Bakterien geben Enzyme ab, die das ölige Sekret der Meibom-Drüsen verändern. Als Folge kann es sich erst bei höheren Temperaturen verflüssigen. Bei normaler Körpertemperatur bleibt es hingegen zäh und verstopft die Drüsenausgänge. Deswegen spielt Wärme bei der Behandlung eine wichtige Rolle: Warme Kompressen erwärmen den Lidrand so weit, dass das Sekret wieder abfließen kann.
Andere Abbauprodukte begünstigen zudem, dass sich die Bakterien am Lidrand leichter vermehren und so zum entzündlichen Geschehen beitragen können.
Fazit
An einer Lidrandentzündung kann man sich in der Regel nicht anstecken. Zwar sind Bakterien an den entzündlichen Prozessen am Lidrand beteiligt – aber dabei handelt es sich meist um eigene Keime aus der Hautflora. Eine Lidrandentzündung ist daher nicht mit einer ansteckenden Erkrankung wie etwa einer infektiösen Bindehautentzündung zu vergleichen: Diese wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst, die von Mensch zu Mensch übertragen werden können.















