Hape Kerkeling über Hasskommentare
„Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als es auszuhalten“
09.10.2026 – 01:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Hape Kerkeling bekommt viele Hassnachrichten. Jetzt sprach er darüber, wie er mit den Anfeindungen umgeht.
Bei einer Preisverleihung in Passau hat Komiker Hape Kerkeling über Hasskommentare gesprochen, die er nach seinem Auftritt im Thüringer Landtag erhalten hat. Dort hatte er sich vergangene Woche für ein AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen.
Kerkeling sagte in Passau: „Jedes Mal, wenn ich morgens aufstehe nach besonderen Anfeindungen, denke ich mir: Sei einfach du selbst die Demokratie, die du dir wünschst, und leb‘ das.“ Und weiter: „Wenn wir das alle tun, glaube ich, dann ist viel gerettet.“
Zu den Reaktionen auf seinen Landtags-Auftritt sagte er: „Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als es auszuhalten.“ Früher hätten Zeitungen und Radio als Filter gewirkt. Heute könne „jeder seine Hetze propagieren, wie er will, erfährt noch sehr viel Lob dafür aus dem Internet“. Den Unterschied zu früheren politischen Äußerungen beschrieb Kerkeling so: Wenn er früher etwas gegen CDU oder SPD gesagt habe, wäre „kein Anhänger der CSU, der SPD, der CDU auf den Trichter gekommen, mir eine Todesdrohung zu schicken“.
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Kerkeling für verpflichtende Moderation
Von sozialen Medien fordert Kerkeling eine verpflichtende Moderation, die sicherstellt, „dass Häme und Hetze und die Erniedrigung von Menschen dort nicht stattfinden, denn das ist auch ein gesellschaftlich relevanter Raum“.
Der 61-Jährige bezeichnete die Kirchen als wichtige gesellschaftliche Stimmen. Die Vorstellung von Demokratie sei vom jüdisch-christlichen Glaubensbild geprägt. Obwohl er aus der katholischen Kirche ausgetreten sei, ertappe er sich und seinen Mann immer wieder dabei, sonntags den Gottesdienst im Fernsehen zu schauen. „Vielleicht liegt das auch am Älterwerden, das gestehe ich gerne ein“, sagte er. In diesen Gottesdiensten würden gesellschaftlich relevante Themen nicht ausgespart.
Die Frage von Moderator Hannes Ringlstetter, ob er sich ein politisches oder präsidiales Amt vorstellen könne, ließ Kerkeling offen. „Glaubst Du im Ernst, im Moment würde sich – wer auch immer – in dieser verfahrenen Situation darum reißen?“, fragte er zurück. Als Ringlstetter entgegnete, wer Sonntagsgottesdienste im Fernsehen schaue, mache auch solche Dinge, antwortete Kerkeling lediglich: „Dann lassen wir das mal so stehen.“
In Passau wurde Kerkeling mit dem „Menschen in Europa“-Award der Mediengruppe Bayern für sein Lebenswerk „als großartiger Künstler mit gesellschaftlicher Haltung“ ausgezeichnet.














