Krypto-Offensive
Immer mehr Volksbanken planen Bitcoin-Handel
Aktualisiert am 15.09.2025 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Immer mehr Volksbanken planen den Einstieg in den Kryptohandel – doch nicht alle Kunden können sofort loslegen.
Deutschlands Volksbanken öffnen sich zusehends für Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ether. In einer Umfrage des Genoverbandes gaben fast drei Viertel (71 Prozent) der Institute an, sich mit der Einführung von Angeboten zum Kryptohandel befassen zu wollen. In der Vergleichsumfrage 2023 lag die Zustimmungsquote mit 54 Prozent noch deutlich niedriger.
Allerdings müssen sich kryptointeressierte Kundinnen und Kunden der Genossenschaftsbanken weiterhin teils noch lange gedulden: Bei 17 Prozent der Institute, die sich der Umfrage zufolge für den Kryptohandel öffnen wollen, wird es nach deren Einschätzung voraussichtlich bis zu zwei Jahre oder länger dauern, bis die Kundschaft auf Wunsch Zugang zu Bitcoin und Co. bekommt.
Gut ein Fünftel (21 Prozent) geht von einem Zeitrahmen von sechs bis zwölf Monaten aus. Ein Drittel (33 Prozent) plant, technische Lösungen innerhalb von höchstens fünf Monaten einzuführen.
An der Erhebung des Genoverbandes im August dieses Jahres beteiligten sich 196 der 277 Volks- und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet. Der Genoverband vertritt Institute in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg.
Die technische Plattform der DZ Bank für ein Kryptoangebot steht inzwischen allen Volks- und Raiffeisenbanken zur Verfügung. Eine Pilotphase mit sechs Volksbanken (Nürnberg, Würzburg, Hannover, Rottal-Inn, Südpfalz und Westerwald), die seit Ende 2024 lief, ist abgeschlossen. In der Vergangenheit hatte die deutliche Mehrheit der bundesweit gut 670 Institute Interesse an einem Kryptoangebot bekundet.
Dabei betonen die Institute, dass keine Werbung für Krypto-Investments erfolgen soll. Wer sich dafür entscheide, mache dies in eigener Verantwortung. „Kryptowährungen sind hochspekulative Anlagen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) weiter. Kunden sollen über mögliche Risiken – bis zum Totalverlust – umfassend aufgeklärt werden.
Ähnlich argumentiert DZ-Bank-Chef Cornelius Riese. Kryptoassets seien ein riskantes Finanzinstrument, das aber auf Nachfrage stoße. Es gebe auch andere Finanzinstrumente, die in diese Kategorie fielen, sagte der Vorstandsvorsitzende des genossenschaftlichen Spitzeninstituts jüngst beim „Handelsblatt Banken-Gipfel“ in Frankfurt. Es sei aus seiner Sicht daher „eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, Bitcoin und Co. anzubieten: „Als Produkt für Selbstentscheider, die wissen, was sie tun, gehört das einfach in ein Angebotsspektrum unserer Organisation“, betonte Riese.
