Bekenntnis zur Hauptstadt
Boris Becker: „Berlin ist für mich eine spektakuläre Stadt“
18.09.2025 – 20:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Tennislegende spricht im Podcast „Hotel Matze“ über seinen Sohn Noah, der als Künstler in der Hauptstadt lebt. Dabei offenbart Becker überraschend persönliche Einblicke in die Rassismus-Erfahrungen seiner Familie.
Boris Becker schwärmt von Berlin. Im Podcast „Hotel Matze“ mit Moderator Matze Hielscher nennt die Tennis-Ikone die Hauptstadt eine „spektakuläre Stadt“. Der Grund für seine Begeisterung: Sein ältester Sohn Noah lebt und arbeitet hier als Künstler und Musiker.
Der 30-jährige Noah Becker habe sich seinen Erfolg selbst erarbeitet. „Er hat alles alleine geschafft“, betont sein Vater im Podcast. In der Kunst- und Musikszene konnte der dreimalige Wimbledon-Sieger seinem Sohn keine Türen öffnen. „Da bin ich sehr stolz drauf, dass er das schafft und eben auch in Berlin lebt: Das ist für mich eine spektakuläre Stadt, mit allen Höhen und Tiefen: Aber ich finde Berlin einfach unglaublich.“
Im Podcast schlägt Becker aber ernstere Töne an und spricht offen über Rassismus-Erfahrungen seines Sohnes. Noah, dessen Mutter Barbara Becker afroamerikanische Wurzeln habe von Anfang an mit Vorurteilen gekämpft. „Als halbschwarzes Kind hatte er immer Probleme mit der Hautfarbe: Ist er Schwarz, ist er weiß? Das Thema Rassismus haben wir von Tag eins zu Hause erlebt.“
Die Identitätsfindung sei ein schmerzhafter Prozess gewesen. Noah habe nirgends richtig dazu gehört. „Er hat die Konflikte von beiden Seiten erlebt“, erklärt Becker. Schwarze Menschen akzeptierten ihn nicht als einen der ihren – er sei zu hell. Die weißen Menschen sahen in ihm den Schwarzen. „Er wusste lange nicht, wo er hingehört. Weil auch Schwarze Menschen sind schwierig, wie unter Weißen – und wenn du so helldunkel bist, dann bist du nicht wirklich Schwarz. Aber weiß bist du auch nicht.“
Heute trage Noah beide Kulturen selbstbewusst in sich. Sein Vater ist beeindruckt, wie der junge Mann „den Rassisten in diesem Land die Stirn bietet“. Noah sei stolz auf seine Hautfarbe und habe realisiert, „dass er beide Kulturen in sich trägt; die weiße und die Schwarze. Das können nicht alle von sich sagen, die zwei Kulturen in sich tragen.“
Podcast-Gastgeber Hielscher zeigt sich überrascht von diesen Einblicken. „Gut, dass Sie das erzählen, weil man vergisst, wie schwierig das auch mal war“, sagt er. Boris Becker korrigiert ihn mit einem einzigen Wort: „Ist.“ Rassismus sei schließlich auch in Berlin kein Problem der Vergangenheit.















