„Die haben das belächelt und ignoriert“
Bergretter teilt gegen junge Deutsche aus
03.11.2026 – 18:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Drei junge Männer begeben sich auf eine gefährliche Klettertour. Einer bleibt am Berg hängen – und wird von seinen Freunden zurückgelassen. Jetzt lässt ein beteiligter Retter Dampf ab.
Nach einem laut Bergrettung lebensgefährlichem Einsatz hat einer der beteiligten Helfer die drei deutschen Kletterer, die den Einsatz ausgelöst hatten, mit scharfen Worten kritisiert. „Das ist, als stünde jemand bei Windstärke 10 am Meer und sagt: Ich setze mich jetzt in mein Schlauchboot und rudere hinaus“, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ den Ortsstellenleiter der Bergrettung Mühlbach am Hochkönig, Wolfgang Haggenmüller.
Die Männer im Alter von 19, 20 und 22 Jahren wollten am Wochenende den 2.941 Meter hohen Hochkönig in den Berchtesgadener Alpen bezwingen und wählten dazu einen der längsten und anspruchsvollsten Klettersteige der Ostalpen, den sogenannten Königsjodler. Doch sie stiegen viel zu spät ein: Selbst erfahrene Bergsteiger brauchen für die Stecke viele Stunden, die drei jungen Deutschen starteten aber erst gegen 13 Uhr – nur rund vier Stunden vor Sonnenuntergang.
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Zudem waren die Bedingungen laut Bergrettung widrig. Der Steig sei vereist und rutschig gewesen, hieß es. Später hätten sich die Bedingungen noch erheblich verschlechtert; die Bergwacht spricht von dichtem Schneetreiben, 20 Zentimeter Neuschnee und Schneerutschen im steilen Gelände.
„Bei solchen Bedingungen lässt man niemanden am Berg zurück“
Gegen 19 Uhr kam der 20-Jährige nicht mehr voran. Während die anderem einfach weiter Richtung Gipfel kletterten und in der Nacht das dort stehende Matrashaus erreichten, wählte er auf 2.600 Metern Höhe den Notruf.

Bergretter Haggenmüller zeigt sich über dieses Verhalten empört. „Bei solchen Bedingungen lässt man niemanden am Berg zurück“, sagte er laut „Süddeutscher Zeitung“. „Er hatte keine Chance, allein abzusteigen.“
Wenig Verständnis hat Haggenmüller auch dafür, wie die drei jungen Männer auf eine ausdrückliche Warnung vor Beginn ihrer Tour reagierten. Eine andere Bergsportlerin habe ihnen gesagt, dass ihr Plan lebensmüde sei. Doch „die haben das belächelt und ignoriert“.
Die Frau habe die Bergrettung gegen 15 Uhr vorgewarnt. Es sei aber unmöglich gewesen, das Trio aufzuhalten, sagte der Ortsstellenleiter der „Süddeutschen“: „Uns und auch der Polizei sind da die Hände gebunden. Das sind erwachsene, mündige Menschen.“
Hohe Kosten: 20-Jähriger muss möglicherweise zahlen
Es folgte ein langer und gefährlicher Einsatz: Ein Helikopter konnte wegen schlechter Sicht nicht zu dem 20-Jährigen und musste umkehren. Stattdessen erreichten elf Bergretter den erschöpften jungen Mann gegen Mitternacht.













