August 1, 2026 3:19 a.m. CEST

Bahnchefin kritisiert eigene Manager

„So etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit“

01.08.2026 – 01:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Evelyn Palla bei einer Presskonferenz: Die Bahn-Chefin will im Unternehmen mehr Leistungsbereitschaft bei Managern sehen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Arnulf Hettrich/imago)

Die Chefin der Deutschen Bahn hat ihre eigenen Manager harsch kritisiert. Es fehle an Leistungsbereitschaft, sagte sie.

Im Zuge des Bahn-Umbaus kritisiert Konzernchefin Evelyn Palla ihre Führungskräfte mit ungewöhnlich scharfen Worten. Mangelnde Leistungsbereitschaft im Management sei eine Ursache der Probleme des Staatsunternehmens, sagte sie der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Die Leistungskultur der Vergangenheit war für die Performance der Bahn nicht ausreichend, das wollen wir ändern.“

Zu oft sei Verantwortung hin- und hergeschoben worden zwischen der zentralen Verwaltung und der operativen Ebene vor Ort. „Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.“ Das müsse der Vergangenheit angehören. „Pünktlichkeit beginnt mit einer klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle“, sagte die seit Oktober amtierende Bahn-Chefin.

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Die gebürtige Südtirolerin will den Konzern fit machen für die Zukunft und erklärte: „Die Bahn steckt in der schwersten Krise ihrer Unternehmensgeschichte.“ Nun muss Palla das marode Schienennetz in den nächsten zehn Jahren sanieren und die Bahn pünktlicher und profitabler machen. Die Managerin bekräftigte im Interview, dass all dies nicht schnell gehe. „2035 feiert die Bahn ihr 200-jähriges Jubiläum, und das soll auch das Jahr sein, in dem wir das Gröbste hinter uns haben.“

Palla: Management hat keine Konsequenzen gezogen

Palla kritisierte, dass im Management bislang auch bei „mehrfachen Zielverfehlungen kaum Konsequenzen gezogen“ worden seien. „Man musste nur gut genug erklären, warum die Ziele nicht erreicht werden konnten – damit kam man oft jahrelang durch.“ Bei der Bahn habe es „noch nie ein Erkenntnisproblem, aber viel zu lange ein Umsetzungsproblem“ gegeben. „Für mich zählen nur messbare Ergebnisse und keine Erklärungen.“

Palla sagte, mit ihrer Kritik an der Leistungskultur habe sie bestimmte Beschäftigte ausdrücklich nicht gemeint: „Die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter, Disponenten und alle, die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen – das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.“

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