September 6, 2026 12:12 p.m. CEST

Mehr als 500.000 Tests

Große Auswertung: So lange halten E-Auto-Akkus wirklich


Aktualisiert am 06.09.2026 – 11:31 UhrLesedauer: 3 Min.

E-Auto an einer Ladesäule: Viele Gebrauchtwagenkäufer machen sich Gedanken um den Zustand des Akkus. (Quelle: IMAGO/imago)

Wie gut hält der Akku eines gebrauchten Elektroautos wirklich? Über 500.000 Tests zeigen: Die Antwort ist alles andere als einfach.

Pauschale Vorhersagen über den Batteriezustand gebrauchter Stromer bestimmter Baureihen sind nur bedingt möglich. Das ist das Ergebnis des „Certified EV Battery Report“ zur Alterung von Antriebsakkus in gebrauchten Elektroautos, das der österreichische Batteriediagnose-Spezialist Aviloo erstmals veröffentlicht hat.

Für die erste Ausgabe wurden laut Aviloo mehr als 500.000 zwischen 2022 und 2026 durchgeführte Batterietests von 20 gängigen E-Auto-Modellen in Nord- und Südamerika, Europa, Australien und Asien ausgewertet. Betrachtet wurde der sogenannte State of Health (SoH) bei Laufleistungen von 50.000, 100.000 und 150.000 Kilometern. Der in Prozent angegebene Wert beschreibt die noch vorhandene nutzbare Batteriekapazität im Verhältnis zum Neuzustand.

Leistung lässt mit dem Alter nach – doch es gibt Unterschiede

Generell gilt: Der durchschnittliche SoH nimmt mit steigender Laufleistung ab. Die Ergebnisse zeigen aber ein grundsätzlich positives Bild der Batteriealterung: Die untersuchten Akkus liegen auch bei hohen Laufleistungen meist deutlich über den üblichen Garantiegrenzen der Hersteller. Diese garantieren in der Regel nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern noch mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität.

Dabei zeigen sich zudem Unterschiede zwischen Baureihen und Herstellern. Gleichzeitig streuen die Werte auch innerhalb einzelner Modellreihen zum Teil erheblich. Selbst beim Mercedes EQA, der in der Untersuchung mit vergleichsweise geringer Degradation (Verschlechterung) auffällt, können sich die Werte einzelner Fahrzeuge bei gleicher Laufleistung stark unterscheiden. In Einzelfällen beträgt laut Auswertung die Differenz zwischen besonders gut und schlecht erhaltenen Akkus einer Modellreihe bis zu 13,5 Prozentpunkte. Entsprechend groß können auch Unterschiede bei Reichweite und Gebrauchtwagenwert ausfallen.

Einige grundsätzliche Alterungsmuster lassen sich dennoch erkennen. Mit zunehmender Laufleistung sinkt nicht nur die verbleibende Kapazität, zugleich werden die Unterschiede zwischen einzelnen Fahrzeugen größer. Zudem schneiden Modelle mit kleineren Akkus tendenziell schlechter ab. Aviloo führt dies unter anderem darauf zurück, dass sie für die gleiche Fahrleistung mehr Ladezyklen benötigen. Auch klimatische Bedingungen beeinflussen Alterung und Ladeverhalten.

Vier Autos als Beispiele

Hyundai Ioniq 5: Er zeigt sich bei der Batteriealterung robust. (Quelle: Hyundai)

Wie unterschiedlich die Entwicklung ausfallen kann, zeigen vier im Report näher betrachtete Modelle. Beim Hyundai Ioniq 5 mit 72,6-kWh-Akku sinkt der mediane SoH von 97,2 Prozent bei 50.000 Kilometern auf 92,8 Prozent bei 150.000 Kilometern. Ähnlich robust zeigt sich der VW ID.4 mit 77-kWh-Batterie, dessen Wert von 95,3 auf 90,6 Prozent zurückgeht. Beim Tesla Model Y mit 78,8-kWh-Akku stehen 94,5 beziehungsweise 90,3 Prozent zu Buche.

Deutlich stärker altert in der Auswertung der Nissan Leaf ZE1 mit seinem vergleichsweise kleinen 40-kWh-Akku. Sein medianer SoH liegt bereits nach 50.000 Kilometern bei 91,1 Prozent und nach 150.000 Kilometern bei 86,3 Prozent. Gleichzeitig weist er mit bis zu 13,5 Prozentpunkten die größte Streuung der vier näher betrachteten Modelle auf. Als Rangliste sind die Beispiele allerdings nicht zu verstehen: Laut Aviloo handelt es sich lediglich um eine Auswahl aus den insgesamt 20 untersuchten Baureihen.

Aktie.
Die mobile Version verlassen