Getränkehersteller ist pleite
Familienbrauerei Landsberger gibt auf
Aktualisiert am 19.09.2025 – 17:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bierabsatz in Deutschland sinkt seit Jahren. Nun stellt auch die Familienbrauerei Landsberger in Sachsen-Anhalt die Produktion ein.
Der nächste Familienbetrieb in Deutschland ist am Ende. Die Brauerei Landsberg stellt Ende des Jahres die Produktion ein. „Die Entwicklungen der letzten Jahre und der Blick in die Zukunft hält für uns leider keine positive Perspektive mehr vor“, sagte die Chefin des Familienunternehmens, Jenny Thormann. „Wir werden noch bis Ende des Jahres produzieren und dann findet der Abverkauf statt.“ Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet.
Das erste Bier wurde dort im März 1997 abgefüllt – zu Thormanns 14. Geburtstag. Heute ist der Markt ein anderer, weiß die Brauerei-Chefin: „Vor allem sehr hohe Energiekosten, ein stark rückläufiger Bierkonsum und die Tatsache, dass wir die in den letzten Jahren für uns massiv gestiegenen Kosten in fast allen Bereichen nicht im notwendigen Maß weitergeben können, sind Gründe, die uns diese Entscheidung haben treffen lassen.“
Jenny Thormann hatte 2019 die Leitung der Brauerei und der Malzfabrik übernommen, als ihr Vater starb.
Der Bierabsatz in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. So sank der Ausstoß der Brauereien in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 8,3 Milliarden Liter. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr setzten die Brauereien und Bierlager 2024 insgesamt 13,7 % oder 1,3 Milliarden Liter weniger Bier ab als noch vor zehn Jahren.
Der Negativtrend setzte sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres fort. Demnach rutschte der Ausstoß im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 % oder 262 Millionen Liter auf rund 3,9 Milliarden Liter ab. Von einem „fordernden Jahr“ sprach Holger Eichele, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB). Er erläuterte weiter: „In Deutschland ist wie in vielen Ländern Europas der Bierkonsum deutlich rückläufig. Dies hat zum einen demografische Gründe. Zum anderen bekommen die Brauereien weiterhin die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren.“
Allein Spezialsorten wie alkoholfreies Bier konnten zulegen, sie werden allerdings von der amtlichen Statistik nicht erfasst. Hier steigt der Trend deutlich an. So hat sich die Produktion zwischen 2003 und 2023 mehr als verdoppelt auf 670 Millionen Liter.
Der fallende Absatz schlägt sich auch in der Zahl der Brauereien nieder. So schrumpfte die Zahl der Bierhersteller hierzulande in den vergangenen Jahren um 93 Betriebe. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Zum Ende des vergangenen Jahres gab es in Deutschland noch 1.459 Brauereien. Jetzt macht mit der Landsberger Brauerei der nächste Bierhersteller dicht.














