Arx Robotics
Deutsches Start-up liefert Mini-Panzer für Ukraine
25.08.2025 – 20:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Das Münchner Unternehmen Arx Robotics hat ein unbemanntes Kampffahrzeug entwickelt. Der „Combat Gereon“ könnte das Schlachtfeld nachhaltig verändern.
Das deutsche Start-up Arx Robotics hat mit dem „Combat Gereon“ erstmals einen unbemannten Mini-Panzer vorgestellt, der für den Einsatz in der Ukraine entwickelt wurde. Das Münchner Defence-Tech-Unternehmen arbeitet dafür eng mit ukrainischen Rüstungspartnern und dem slowenischen Hersteller Valhalla Turrets zusammen.
Ziel ist es, Soldaten in hochgefährlichen Frontabschnitten zu entlasten, wo Drohnen und Geschosse allgegenwärtig sind. Den Erstkontakt mit dem Feind soll künftig das Robotersystem übernehmen. Arx will den Combat Gereon offiziell auf der Rüstungsmesse DSEI in London im September vorstellen. Mitgründer und CEO Marc Wietfield erklärte gegenüber dem Fachmedium „ESUT“: „Combat Gereon ist der nächste Schritt in unserer Mission, Soldaten zu schützen und Europas Verteidigungsresilienz zu stärken“.
Der „Combat Gereon“ basiert auf dem unbemannten Bodenfahrzeug Gereon RCS, das bereits an das ukrainische Militär geliefert wurde. 30 Exemplare gingen Anfang des Jahres von Deutschland in die Ukraine, finanziert über die sogenannte Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung. Das neue Modell ist erstmals mit einer fernbedienbaren Waffenstation ausgerüstet – der „Loki“-Einheit von Valhalla Turrets, die Maschinengewehre oder Panzerabwehrwaffen tragen kann.
Mit einem Gewicht von rund 500 Kilogramm ist der Mini-Panzer deutlich leichter als vergleichbare Systeme. Dadurch lässt er sich in einem Kleintransporter direkt an die Front bringen. Größere Konkurrenzsysteme wiegen dagegen häufig über eine Tonne und benötigen zum Transport einen Tieflader – „Aber niemand fährt mit einem Tieflader an den Schützengraben“, sagte Wietfeld der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Das elektrisch betriebene Fahrzeug hat eine Reichweite von 40 Kilometern und ist bis zu 30 km/h schnell. Seine modulare Bauweise erlaubt es, Aufklärungsgeräte, Funkstationen oder Waffen zu integrieren.
Die Kosten liegen unter 200.000 Euro pro Stück – ein Bruchteil der Preise für herkömmliche Schützenpanzer wie den Puma, der rund 17 Millionen Euro kostet. Der Gedanke dahinter: Der Verlust einzelner Geräte ist finanziell verkraftbar. Auf dem Schlachtfeld eröffnet das neue Möglichkeiten. „Wir kommen aus einer Zeit, in der Panzerung und Feuerkraft wichtig waren. Jetzt braucht es Masse und Vernetzung, um eine Chance zu haben“, sagte Wietfeld der „FAZ“.
Die Entwicklung des Mini-Panzers fußt auf Erfahrungen direkt von der Front. Soldaten in der Ukraine testeten die Plattform und gaben Feedback, das in die Weiterentwicklung einfloss. Frühere Versionen, die nach Nato-Standards entwickelt wurden, waren im Einsatz zunächst gescheitert. „Entwickelt man nur in Europa, dauert das Jahrzehnte, und man hat am Ende womöglich ein System, das nicht für das Schlachtfeld geeignet ist“, so Wietfeld.














