Finalteilnahme gefährdet?
Argentinien-Spieler zeigen Banner – Strafe droht
Aktualisiert am 17.07.2026 – 00:13 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit dem Spruch will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche unterstreichen. Nun droht dem Nationalteam Ärger mit der Fifa.
Spieler von Argentiniens Fußball-Nationalmannschaft haben im WM-Halbfinale einen Eklat ausgelöst. Nach dem Sieg über England traten sie mit einem politischen Banner auf den Rasen in Atlanta, darauf war ein Slogan zu lesen, der auf den Falklandkrieg anspielt. „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malwinen sind argentinisch“) – diese Botschaft stand auf einem weißen Plakat, das Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso kurz nach dem Finaleinzug gegen die Three Lions (2:1) präsentierten.
Das Banner bezieht sich auf den Konflikt um das Gebiet im Südatlantik, das in Großbritannien als Falklandinseln und in Argentinien als Islas Malvinas (Malwinen) bekannt ist. Nachdem Argentinien die Inselgruppe 1982 kurzerhand besetzt hatte, kam es zu einem 74-tägigen Krieg mit Großbritannien. 900 Menschen starben. Großbritannien beansprucht die Falklandinseln seitdem für sich. Mit dem Slogan („Las Malvinas son argentinas“) will Argentinien seine vermeintlich historischen Besitzansprüche auf das britische Überseegebiet unterstreichen.
Die Vizepräsidentin des südamerikanischen Landes, Victoria Villarruel, verschärfte die Spannungen im Vorfeld des Anpfiffs, indem sie die Engländer als „usurpierende (unrechtmäßig besetzende, Anm. d. Red.) Piraten“ bezeichnete.
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Droht sogar eine Finalsperre?
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor dem Spiel zwar betont, dass es sich „lediglich um ein Fußballspiel“ handele. Die Erinnerung an den Falklandkrieg von 1982 ist in Argentinien bis heute tief verankert. „Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren konnten und wir ein positives Bild vermitteln konnten“, sagte Nationalspieler Leandro Paredes.
Die US-Behörden hatten das Halbfinale als Hochrisikoereignis eingestuft. Mit über 1.600 Einsatzkräften rund um das Stadion sollte möglichen Ausschreitungen oder politischen Provokationen vorgebeugt werden. Da politische Botschaften durch Spieler und Offizielle verboten sind, droht Argentinien Ärger durch den Weltverband Fifa. Die Strafen könnten von einer Geldstrafe bis zu einer Spielsperre reichen. In letzterem Fall wären die beiden Argentinien-Stars im Finale nicht spielberechtigt.
